Buenos Aires, 19.07.2026

Nach den ereignisreichen Tagen zuvor verlief der Sonntag noch ruhiger als der Samstag. Den größten Teil des Tages verbrachte ich damit, meine Weiterreise zu planen, Unterkünfte zu buchen und die nächsten Stationen meiner Reise zu organisieren.

Am Nachmittag stand schließlich das Fußballfinale an. Dieses Mal beschloss ich, das Spiel ganz entspannt im Hostel anzuschauen. Schon lange vor dem Anpfiff füllte sich der Gemeinschaftsraum, bis schließlich kaum noch ein Platz frei war. Die Stimmung war gespannt und voller Vorfreude, doch mit jeder Minute des Spiels wurde sie etwas gedrückter. Als Argentinien schließlich verlor, machte sich im ganzen Hostel Enttäuschung breit. Nach den ausgelassenen Feierlichkeiten nach dem Sieg gegen England war der Kontrast kaum größer vorstellbar.

Erst am nächsten Tag erfuhr ich, dass sich trotz der Niederlage zahlreiche Menschen am Obelisken, dem wohl bekanntesten Wahrzeichen von Buenos Aires, versammelt hatten. Zunächst war ich etwas enttäuscht, dass ich davon nichts mitbekommen hatte und die Atmosphäre verpasst hatte. Dieses Gefühl hielt allerdings nicht lange an. Kurz darauf erfuhr ich nämlich, dass die Feier schließlich von der Polizei mit Gummigeschossen und Tränengas aufgelöst worden war. In diesem Moment war ich ehrlich gesagt ziemlich froh, den Abend im Hostel verbracht zu haben.