Der nächste Tag war gleichzeitig mein letzter in Lima. Ich spazierte noch ein wenig durch die Stadt, genoss mein Mittagessen auf einem lokalen Markt und kaufte massig getrocknete Ananas und Mango. Außerdem besorgte ich mir noch ein paar Snacks für die Wartezeit am Flughafen.
Anschließend ging es zurück ins Hostel, um noch einmal alle Akkus aufzuladen. Nach einer letzten kurzen Entspannungsphase machte ich mich schließlich auf den Weg zum Flughafen.
Damit war nicht nur mein letzter Tag in Lima gekommen, sondern sogar der letzte Tag meiner gesamten Reise in Lateinamerika.
Nach einem traditionellen peruanischen Frühstück, einem Chorizo-Sandwich und einem Touristenmarkt, ging es für mich zunächst an den Strand. Am Abend zuvor hatte ich noch zwei Leute kennengelernt, die überlegt hatten, am nächsten Tag surfen zu gehen. Als ich jedoch am Strand ankam, sahen die Wellenbedingungen nicht gerade prickelnd aus. Also begnügte ich mich damit, meine Reise nach Südkorea zu planen und die Aussicht auf das Meer zu genießen.
Wenig später ging es für uns auch schon nach Barranco. Der Weg dorthin führte die ganze Zeit oben auf den Klippen entlang und bot eine wirklich schöne Aussicht auf das Meer.
In Barranco angekommen, waren wir zunächst allerdings etwas enttäuscht. So viele Leute hatten uns begeistert von dem Viertel erzählt, aber unser erster Eindruck war eher ein graues und heruntergekommenes Viertel. Erst als wir uns auf die Suche nach einem Abendessen machten und dabei durch die kleinen Gässchen schlenderten, konnten wir dem Viertel langsam etwas abgewinnen.
Zurück in Miraflores brauchten wir trotzdem erst einmal einen Nachtisch und gönnten uns Churros mit einem Becher voll geschmolzener Schokolade. An diesem Tag war das definitiv mein persönliches Highlight.
Anschließend trennten sich unsere Wege. Für die anderen ging es am nächsten Morgen früh zum Bus, um noch weiter Peru zu erkunden. Für mich ging es etwas später am Tag zum Flughafen, um den nächsten Teil meiner Reise anzutreten.
Die Free-Walking-Tour am nächsten Morgen führte uns durch die Altstadt von Lima. Wunderschöne historische Gebäude reihten sich aneinander, während unser Guide uns die Geschichte Perus näherbrachte.
Während der Führung lernte ich weitere Leute kennen, und nach der lehrreichen Tour beschlossen wir, uns gemeinsam noch etwas mehr von der Stadt anzuschauen. Zunächst ging es nach Chinatown, wo wir uns auch direkt ein Mittagessen gönnten: peruanischen Fried Rice.
Anschließend schlenderten wir über verschiedene Märkte, auf denen es wirklich alles zu geben schien, von Kinderspielzeug bis hin zu allen möglichen Arten von Essen.
Außerdem war an diesem Tag der Tag der Polizei. So konnten wir zahlreiche Polizisten in Uniform beobachten, die durch die Straßen marschierten. An verschiedenen Stellen fanden Umzüge und Zeremonien zum Gedenken an verstorbene Polizisten statt.
Nachdem wir uns langsam sattgesehen hatten, ging es mit dem Bus wieder zurück nach Miraflores, wo wir alle wohnten. Im Katzenpark konnten wir noch einem richtig coolen Dance-Battle zuschauen, bevor wir uns nach einer kurzen Verschnaufpause wieder trafen, um gemeinsam Abendessen zu gehen.
Diesmal stand ein typisches peruanisches Gericht auf dem Programm: Ceviche. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber definitiv nicht schlecht.
Ein kleiner Verdauungsspaziergang führte uns anschließend an die Wasserfront. Das Meer konnten wir allerdings nur von ziemlich weit oben sehen, da sich direkt an der Küste eine Klippe befand und wir keinen Weg nach unten fanden.
Satt und zufrieden trennten sich schließlich wieder unsere Wege. Für den nächsten Tag verabredeten wir uns aber direkt wieder, diesmal, um gemeinsam das Stadtviertel Barranco zu erkunden.
Früh am Morgen ging es zurück zu meinem eigenen Hostel, um dort noch das inkludierte Frühstück zu genießen. Danach machte ich mich auch schon auf den Weg zum Busbahnhof, um nach Lima zu fahren.
Durch die Wüstenlandschaft ging es zunächst noch durch die letzten Berge, bis wir schließlich das Meer erreichten. Nur wenige Stunden später kamen wir in Lima an.
Es war bereits spät, und so schlenderte ich auf dem Weg zu dem Bus, der mich zu meinem Hostel bringen würde, nur noch über einen Markt. Nach einer unkomplizierten Busfahrt und einem kurzen weiteren Spaziergang kam ich schließlich in meinem neuen Hostel an.
Obwohl es mittlerweile dunkel war, versicherte mir der Rezeptionist, dass es überhaupt kein Problem sei, sich auch nach Einbruch der Dunkelheit in dieser Gegend durch die Stadt zu bewegen. Also machte ich mich direkt wieder auf den Weg, um der Empfehlung des Rezeptionisten zu folgen und ein Lokal namens Siete Sopas auszuprobieren.
Es war unglaublich schön, durch die Stadt zu schlendern, und die Suppe war ebenfalls unglaublich lecker. Auch wenn Lima für mich nicht ganz an Cusco herankam, fühlte ich mich in dem Viertel, in dem mein Hostel lag, direkt sehr wohl.
Zurück im Hostel überredeten mich schließlich noch zwei Mädchen aus meinem Schlafsaal, am nächsten Tag an der Free-Walking-Tour teilzunehmen.
Und damit ging auch schon der nächste Tag zu Ende.
In Ica angekommen, war der ursprüngliche Plan, ein Hostel direkt neben der Bushaltestelle anzusteuern und dort nach einem freien Bett zu fragen. Kaum aus dem Bus ausgestiegen, lernte ich allerdings Alina kennen, eine weitere Deutsche. Da sie mir auf Anhieb sehr sympathisch war, beschloss ich kurzerhand, mit ihr in Richtung ihrer Unterkunft zu laufen. Diese lag in Huacachina, und da dort ohnehin mein Sandboarding stattfinden würde, machte es für mich keinen großen Unterschied.
Ich entschied mich letztendlich zwar für ein anderes Hostel, aber wir verabredeten uns für den Abend, um nach meinem Sandboarding noch etwas gemeinsam zu unternehmen.
Kaum im Hostel angekommen, musste ich auch schon wieder los zum Treffpunkt. Von den Skiern wurde mir aufgrund der hohen Verletzungsgefahr abgeraten, und so endete ich spontan mit einem Snowboard unter den Füßen. Nach einem kurzen Hike wurden wir in die Buggies gesetzt und dann ging es los durch die Wüste. Und zwar in einem Affenzahn.
Allein für die Buggietour hätte ich schon den vollen Preis bezahlt. Wir fuhren fast senkrechte Sandwände hoch und wieder herunter, und unser Fahrer ließ keine Gelegenheit aus, die Dünen als Sprungschanzen zu benutzen und uns für kurze Momente schwerelos fühlen zu lassen. Nach einer Fahrt, die sich eher wie eine Achterbahn als wie eine normale Tour anfühlte, steuerte der Fahrer schließlich unseren ersten Sandhügel an.
Die Steigung war noch moderat und damit perfekt, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich das Board an den Füßen und im Sand anfühlte. Zweimal durften wir den Hügel hinunterfahren, bevor es zur nächsten Düne ging. Schon etwas vorsichtiger probierte ich die ersten Kurven, und inzwischen fühlte sich das Board an meinen Füßen ganz gut an.
Beim vorletzten Hügel beschloss ich schließlich, die Vorsicht über Bord zu werfen, und raste den Hang hinunter. Die erste Kurve klappte noch ganz gut, aber bei der zweiten zerlegte es mich dann so richtig. Zum Glück bestand der Untergrund aus Sand, sodass es letztendlich nur in knirschenden Zähnen und Sand überall, vor allem in den Ohren, endete.
Der letzte Hügel war schließlich so steil, dass man einen Teil der Strecke von oben nicht einmal sehen konnte. Ohne gefährliche Kurven, dafür mit jeder Menge Spaß, schafften wir es auch diesen Hügel hinunter.
Anschließend fuhren wir zu einem Aussichtspunkt, an dem wir den Sonnenuntergang beobachten konnten. Während des Sandboardings hatte ich einige Bekanntschaften gemacht, unter anderem mit Lucia und Paulina. Gemeinsam schauten wir uns den Sonnenuntergang an, tranken den Alkohol, den die Tourguides mitgebracht hatten, und genossen diese unglaubliche Aussicht.
Denn wir befanden uns mitten in der klischeehaftesten Wüste, die ich je gesehen hatte. Riesige Sanddünen, soweit das Auge reichte, und mittendrin die kleine Oase Huacachina, allein dieser Anblick war schon ein ziemlich beeindruckendes Erlebnis.
Als die Sonne schließlich untergegangen war, ging es genauso rasant zurück, wie wir gekommen waren. Allerdings war das Erlebnis bei Dunkelheit noch einmal komplett anders. Jede Kurve und jeder Sprung kam völlig überraschend, weil man die Strecke kaum sehen konnte.
Nachdem wir die Boards wieder abgegeben hatten, ging es zum Hostel von Lucia und Paulina, um etwas zu essen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Im gleichen Hostel war zufällig auch Alina, und so ließen wir den Abend zu viert mit einem Burger und guter Musik ausklingen.
Als ich schließlich zurück zu meinem eigenen Hostel wollte, wurde mir der Weg allerdings von einer ganzen Gruppe Security-Leute versperrt. Es dauerte einige Minuten und einige weitere Gäste, die ebenfalls gehen wollten, bis uns erklärt wurde, dass Huacachina wohl gerade komplett abgesperrt worden war, vermutlich aufgrund einer Drogenrazzia.
Polizisten versuchten offenbar, sich Zugang zu unserem Hostel zu verschaffen. Da sie allerdings keinen Untersuchungsbefehl vorweisen konnten, verweigerte das Hostel den Zutritt. Das konnten die Mitarbeiter allerdings nur, indem sie die Eingangstür geschlossen hielten. Das bedeutete: Niemand kam rein und niemand kam raus.
Da niemand wusste, wie lange diese Situation dauern würde, beschloss die Hostelleitung kurzerhand, allen wartenden Gästen kostenlos ein Zimmer anzubieten. Und zu einem privaten Zimmer, ohne noch lange durch die Nacht laufen zu müssen, sagte ich natürlich nicht Nein.
So übernachtete ich kurzerhand in diesem wirklich schönen Hostel, in einem privaten Zimmer. Und damit ging ein weiterer äußerst ereignisreicher Tag zu Ende.