Am Dienstag machten Virag und ich uns schließlich gemeinsam auf den Weg nach Chinatown. Der Spaziergang dorthin war fast interessanter als das eigentliche Ziel. Unterwegs kamen wir an einer beeindruckenden Bibliothek vorbei, die früher einmal ein Theater gewesen war und deren prachtvolle Architektur noch heute an diese Zeit erinnert. Natürlich durfte auch eine kleine Pause nicht fehlen. In einer Eisdiele probierten wir klassisches argentinisches Eis, das seinem guten Ruf absolut gerecht wurde und wirklich hervorragend schmeckte.


Eigentlich hatten wir auch überlegt, den berühmten Friedhof Recoleta zu besuchen. Da der Eintritt allerdings überraschend teuer war und wir die meisten der dort begrabenen Persönlichkeiten ohnehin nicht kannten, entschieden wir uns dagegen. Stattdessen begnügten wir uns mit einem Blick und einem Foto von außen und setzten unseren Weg fort. Nach einem stärkenden Kaffee ging es schließlich weiter nach Chinatown.

Dort angekommen waren wir allerdings etwas enttäuscht. Das Viertel war zwar nett anzusehen und bot mit seinen Torbögen, asiatischen Geschäften und Restaurants eine ganz andere Atmosphäre als der Rest der Stadt, doch im Grunde bestand Chinatown nur aus zwei Straßen. Da es außerdem den ganzen Nachmittag regnete, hatten wir das Viertel schon nach wenigen Minuten erkundet und machten uns wieder auf den Rückweg zum Hostel.





Dort erwartete uns eine deutlich größere Überraschung. Zum ersten Mal trafen wir die anderen Frauen, mit denen wir uns das Zimmer teilten, und verstanden uns auf Anhieb richtig gut. Manuela aus Kolumbien hatte noch etwas Wein übrig, den sie großzügig mit uns teilte, und so saßen wir den restlichen Abend zusammen.
Später wechselten wir gemeinsam in den Gemeinschaftsraum des Hostels, wo wir noch einige Runden Billard spielten. Die Zeit verging dabei wie im Flug, bis schließlich Mitternacht näher rückte. Genau um zwölf feierten wir in Manuelas Geburtstag hinein. Mit vereinten Kräften konnten wir den Hostel-Volunteer sogar noch rechtzeitig überzeugen, ein Geburtstagslied in die Playlist aufzunehmen. So wurde aus einem eigentlich ganz gewöhnlichen Abend doch noch eine kleine Geburtstagsfeier. Und damit ging ein weiterer schöner Tag in Buenos Aires in bester Gesellschaft zu Ende.

