Rio de Jenero 1

11.07.2026

Früh am Morgen machte ich mich auf den Weg zu meinem ersten richtigen Tag in Rio de Janeiro. Ich hatte mir vorgenommen, möglichst viel zu erleben und begann deshalb direkt mit einer Wanderung auf den Pão de Açúcar.

Die Anreise mit dem Bus verlief völlig problemlos. Mein Frühstück hatte ich wieder eingepackt, denn das wollte ich, wie schon in Paraty, mit Aussicht auf dem Gipfel genießen und meinen Rucksack hatte ich bereits in der neuen Unterkunft gelassen. Im Internet hatte ich eine Wanderroute gefunden, die angeblich bis nach oben führen sollte auf den Gipfel.

Der Weg begann zunächst als gut ausgebauter Wanderpfad und führte durch wunderschöne tropische Vegetation und Aussicht. Mit der Zeit wurde der Pfad jedoch immer schmaler und steiler. Schließlich musste ich bereits über glatte Felsen klettern und irgendwann stand ich an einer Stelle, an der für mich klar war: Hier geht es nicht weiter. Ein Ausrutscher hätte böse enden können und ohne Kletterausrüstung wäre ich dort definitiv nicht weitergekommen.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass ich genau an dem Punkt umgedreht war, an dem die geführten Klettertouren beginnen. Das war also vermutlich die richtige Entscheidung.

Auf dem Rückweg begegnete ich zwei Anglern, die ich fragte, ob es vielleicht doch noch einen anderen Wanderweg auf den Gipfel gäbe. Sie sprachen zwar nur Portugiesisch, aber mit etwas Spanisch, Gestik und Mimik konnten wir uns erstaunlich gut verständigen. Sie wusten von keinem Weg. Kurz darauf trafen wir noch zwei Brasilianer, die sich ebenfalls auf dem Weg verirrt hatten. Gemeinsam kamen wir schließlich zu dem Schluss, dass es wohl keinen anderen Aufstieg gab.

Also blieb mir nichts anderes übrig, als den offiziellen Weg zum ersten Aussichtspunkt zu nehmen und anschließend mit der berühmten Seilbahn auf den Gipfel des Pão de Açúcar zu fahren.

Das stellte sich allerdings überhaupt nicht als Enttäuschung heraus. Schon der Weg zum Aussichtspunkt war wunderschön und die Fahrt mit der Seilbahn anschließend bot fantastische Ausblicke über Rio. Oben angekommen suchte ich mir einen ruhigen Platz und frühstückte mit Blick auf die Stadt, das Meer und die Berge. Allein für diese Aussicht hatte sich der Weg schon gelohnt.

Nach einer ausgiebigen Pause ging es wieder hinunter, denn mein zweites Ziel für den Tag wartete bereits: die Christusstatue.

Da ich auf den nächsten Bus ziemlich lange hätte warten müssen, beschloss ich kurzerhand, einfach zu Fuß zum Wanderweg zu laufen. Der Weg führte durch weniger touristische Stadtviertel und zeigte noch einmal eine ganz andere nicht ganz so schöne Seite von Rio.

Am Eingang des Wanderwegs musste ich mich zunächst registrieren und unterschreiben, dass ich auf eigene Verantwortung unterwegs war.

Der Aufstieg selbst gefiel mir richtig gut. Durch den Wald führte ein schöner, wenn auch steiler Wanderweg hinauf zum Corcovado. Unterwegs begegnete ich sogar einem Affen, der gerade das Pausenbrot eines Besuchers seelenruhig am Wegesrand verspeiste.

Oben angekommen war der Kontrast zur ruhigen Wanderung enorm. Rund um die Christusstatue war es unglaublich voll, denn die meisten Besucher kamen mit der Zahnradbahn oder Reisebussen hinauf. Trotzdem war der Ausblick einfach überwältigend. Sowohl die riesige Statue als auch der Blick auf Rio mit dem Pão de Açúcar im Hintergrund waren beeindruckend.

Nach einem kleinen Snack machte ich mich direkt wieder an den Abstieg. Ich wollte unbedingt noch vor Einbruch der Dunkelheit unten ankommen und nicht meinen ersten Abend in Rio damit verbringen, im Dunkeln durch die Stadt zu laufen. Also ging es im Laufschritt den Berg hinunter, was zum Glück auch problemlos funktionierte.

Am späten Abend kam ich dann endlich bei meinem neuen Hostel an. Auch dort sprach leider niemand Englisch, aber ich hatte ein kostenloses Upgrade in ein reines Frauenzimmer bekommen, was die Unterkunft deutlich angenehmer machte.

Obwohl wir keine gemeinsame Sprache hatten, war es ein richtig lustiger Abend.