Rio de Jenero – Buenos Aires

15.07.2026

Die Fahrt vom Flughafen zum Hostel verlief völlig problemlos. Dort angekommen lernte ich schon beim Einchecken einen weiteren Deutschen namens Jannik kennen. Da es noch zu früh war, um unser Zimmer zu beziehen, ließen wir unser Gepäck im Hostel und machten uns direkt auf den Weg, um einen ersten Eindruck von Buenos Aires zu gewinnen.

Unsere Tour führte uns vorbei an urigen Statuen und einem historisch bedeutsamen Ort, von dessen Bedeutung wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nichts ahnten. Ohne ein festes Ziel zu haben, schlenderten wir durch die Straßen, bis wir schließlich in einem kleinen, gemütlichen Café landeten. Dort gönnten wir uns unsere erste Pause und stärkten uns für den weiteren Tag.

Frisch erholt setzten wir unseren Spaziergang fort und kamen dabei an einer eher kleinen Demonstration vorbei. Eigentlich wollten wir zu einer typisch argentinischen Imbissbude, doch der Weg dorthin gestaltete sich schwieriger als erwartet. Zahlreiche Straßen waren durch Polizeibarrieren gesperrt, und überall waren Polizei, Militär und verschiedenste Sicherheitskräfte unterwegs. Erst als wir schließlich unser Ziel erreichten, erfuhren wir den Grund dafür: Die Demonstration findet dort zwar jede Woche statt, doch an diesem Tag waren deutlich weniger Menschen auf den Straßen, weil zeitgleich das Fußballspiel Argentinien gegen England stattfand.

Nach einem leckeren Mittagessen, das allerdings weniger typisch argentinisch ausfiel als erhofft, machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Hostel, um das Spiel nicht zu verpassen. Dort lernten wir auch Charles kennen, einen Amerikaner, der ebenfalls im Hostel wohnte. Gemeinsam beschlossen wir, zum Fanfest zu gehen, einem großen Public Viewing in der Nähe des Flughafens.

Schon lange vor dem Anpfiff war die Stimmung überwältigend. Überall sah man Menschen mit argentinischen Flaggen, Trikots und Schals, und die Vorfreude war förmlich greifbar. Ich bin zwar eigentlich überhaupt kein Fußballfan, aber allein diese Atmosphäre war es wert, dabei zu sein. England anzufeuern wäre in diesem Moment vermutlich keine besonders gute Idee gewesen.

Als Argentinien schließlich gewann, verwandelte sich die ganze Stadt in eine einzige riesige Feier. Menschenmassen strömten jubelnd durch die Straßen, kletterten auf Autodächer und schwenkten argentinische Flaggen. Die Autos hupten im Takt der Fangesänge, und selbst die fahrenden Busse wippten auf und ab, weil die Fans darin ausgelassen feierten. Überall wurde gesungen und gejubelt, eine Stimmung, wie ich sie noch nie zuvor erlebt hatte. Obwohl ich mit Fußball sonst kaum etwas anfangen kann, war dieses Erlebnis einfach unglaublich und wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Da weder Jannik noch ich in der Nacht zuvor geschlafen hatten, waren wir nach diesem ereignisreichen ersten Tag völlig erschöpft. So ging unser erster Tag in Buenos Aires schließlich zu Ende, voller neuer Eindrücke, unerwarteter Begegnungen und einer Atmosphäre, die kaum besser hätte sein können.