Rio de Jenero 3

13.07.2026

Da ich in Rio unbedingt noch andere Reisende kennenlernen wollte, entschied ich mich erneut für einen Hostelwechsel. Eine meiner Mitbewohnerinnen aus der vorherigen Unterkunft hatte mir, mithilfe des Google Übersetzers, ein Hostel empfohlen, in dem vor allem internationale Backpacker übernachten sollten.

Schon beim Betreten war klar, dass sich der Wechsel gelohnt hatte. Das Hostel war zwar etwas teurer, dafür aber deutlich gemütlicher. Es gab große Gemeinschaftsräume und ich durfte meinen Rucksack schon morgens abstellen, obwohl das Einchecken erst später möglich war.

Während ich dort noch an meiner Reiseplanung saß, kam ich endlich mit jemandem ins Gespräch. Keine fünf Minuten später wurde ich gefragt, ob ich spontan bei einer kostenlosen Walking Tour mitkommen möchte. Natürlich sagte ich sofort zu.

Gemeinsam machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Unser erstes Ziel war eine beeindruckende alte Bibliothek, die mich sofort an Harry Potter erinnerte. Sie war sogar noch größer als die wunderschöne Bibliothek, die ich bereits in Lissabon besucht hatte. Leider war sie auch deutlich touristischer und die oberen Etagen durften nicht betreten werden. Trotzdem war sie absolut sehenswert.

Auf dem Hin- und Rückweg schlenderten wir durch die belebten Straßen und Märkte der Innenstadt. Der Unterschied zum Sonntag hätte kaum größer sein können. Überall waren Menschen unterwegs, die Geschäfte hatten geöffnet und die Stadt wirkte plötzlich lebendig. Genau so hatte ich mir Rio vorgestellt.

Zurück im Hostel konnte ich schließlich einchecken und erfuhr direkt, dass für den Abend ein kostenloser Samba-Kurs organisiert wurde. Anschließend wollte die Gruppe gemeinsam zu einem Straßenfest mit Live-Musik gehen.

Nach einer kurzen Pause ging es auch schon mit dem Samba-Kurs los. Dabei lernte ich noch mehr Leute kennen und schnell stand fest, dass wir anschließend gemeinsam losziehen würden.

Also teilten wir uns auf mehrere Ubers auf und fuhren gemeinsam zu dem Fest. Dort erwartete uns eine unglaubliche Stimmung. Die Straßen waren voller Menschen, fast ausschließlich Brasilianer, und überall wurde getanzt und musiziert. Ich kannte zwar kein einziges Lied, bis auf zwei englische Songs, die zwischendurch gespielt wurden, aber das spielte überhaupt keine Rolle. Die Atmosphäre war mitreißend genug.

Zwischendurch huschten immer wieder kleine Kinder durch die Menschenmenge, bei denen ich kurz an die Warnung vor Taschendieben denken musste. Zum Glück blieb in unserer Gruppe aber alles an seinem Platz und wir konnten den Abend einfach genießen.

Nachts fiel ich schließlich müde, aber unglaublich glücklich ins Bett. Endlich hatte ich die Art von Hostel gefunden, die ich mir für Rio gewünscht hatte. Viele netten Menschen und gemeinsamen Erlebnissen statt Sprachbarrieren.