Ich schaffte es rechtzeitig zum Frühstück aus dem Bett. Nachdem ich meine Wäsche abgeholt hatte, war es auch schon Zeit, zur Bushaltestelle zu laufen.
Da der Bus später fuhr als gedacht, hatte ich noch Zeit, ein traditionelles Getränk aus Peru zu probieren: Ponche de Habas. Es schmeckte ein bisschen wie pürierte Haferflocken. Eine kurze Recherche ergab, dass die Hauptzutat Bohnenmehl war, was den Geschmack zumindest teilweise erklärte.
Dann ging es auch schon los in Richtung Ica, meinem letzten Stopp vor Lima.
Den nächsten Tag nutzte ich zum Produktivsein. Ich brachte meine Wäsche zu einem Waschsalon, plante meine Weiterreise nach Lima und ging außerdem meinem neuen Hobby nach: eine eigene Spanisch-Lernplattform zu bauen.
Am Nachmittag ging ich wieder zu Benjamin und Zoe ins Hotel. Nachdem wir noch Snacks und Alkohol eingekauft hatten, machten wir uns auf den Weg zu einem weiteren Hostel, in dem an diesem Abend eine Karaokenacht stattfand.
Wir gaben unser Bestes und machten uns gegen Mitternacht etwas heiser, aber glücklich auf den Rückweg. Ein kleiner Umweg führte uns am Clubviertel vorbei, wo wir schließlich auch hängen blieben. Wir kannten zwar kein einziges Lied, aber Spaß machte es trotzdem. Und so machten wir uns erst einige Stunden später erschöpft auf den Heimweg.
Wieder einmal fiel mir dabei auf, wie sehr ich Cusco mochte. Die Stadt hatte nachts eine ganz besondere, idyllische Stimmung, die den Nachhauseweg unglaublich kurzweilig und angenehm machte.
Nach einem leckeren Frühstück trafen Benjamin, seine Schwester Zoe und ich uns an einer Kirche, um uns die Katakomben anzuschauen. Neben unzähligen Knochen erwarteten uns dort auch eine unglaublich alte Bibliothek, zahlreiche Gemälde und eine beeindruckende Aussicht vom Glockenturm über Cusco.
Nach dem Mittagessen ging es weiter. Wir besichtigten ein Webereimuseum, das voller unglaublich beeindruckender Kunstwerke hing. Neben der Ausstellung der Bilder wurde uns auch erklärt, welche unterschiedlichen Webtechniken es gibt und wie der Webprozess generell abläuft.
Als Nächstes besuchten wir ein Schokoladenmuseum. Wir kauften zwar nichts, probierten uns dafür aber durch das gesamte Sortiment. Von Schokoladentee über Brotaufstriche und Liköre bis hin zu Schokoladendrops in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen war alles dabei. Ein Paradies für Naschkatzen.
Gestärkt mit einem Eis machten wir uns anschließend auf den Weg in eine Kaffeerösterei. Diese lag ziemlich weit außerhalb, und so lernten wir auch das untouristische Cusco kennen. Wir verließen zwar die Altstadt, aber die Straßen blieben weiterhin voll. Offensichtlich handelte es sich um eine Shoppingmeile der Einheimischen, und die Preise fielen gemeinsam mit der Zahl der Touristen.
An der Rösterei angekommen, genossen wir einen richtig guten Kaffee und machten uns anschließend wieder auf den Rückweg zum Hotel von Zoe und Benjamin. Dort angekommen, genossen wir den kostenlosen Tee und planten, was wir am nächsten Tag unternehmen könnten.
Als ich schließlich wieder in meinem Hostel ankam, traf ich witzigerweise Cam wieder, den Engländer aus Puno. Gemeinsam mit noch mehr Tee ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.
Da unser Bus erst am Nachmittag von der Endhaltestelle der Eisenbahn abholen sollte, konnten wir uns am Morgen Zeit lassen. Yumi und Anna hatten allerdings Sorge, den Bus zu verpassen, und machten sich deshalb schon vor dem Frühstück auf den Weg.
Für mich gab es eine riesige Portion Essen von einem lokalen Markt zum Frühstück. Ei, Fleisch, Reis, Nudeln, Kartoffeln, eingelegtes Gemüse – alles, was man braucht, um ordentlich Energie für den Tag zu haben, lag auf dem Teller. Dazu gab es noch leckere Soßen. Ein ziemlich perfektes Frühstück, wenn man mich fragt.
Danach machte auch ich mich auf den Weg. Das Wetter war angenehm und so schmolzen die Kilometer regelrecht unter meinen Füßen dahin. Kurz vor dem Ende holte ich Yumi und Anna wieder ein, aber es war ein sehr kurzes Wiedersehen, denn die beiden wurden direkt nach ihrer Ankunft in den nächsten Bus verfrachtet, während ich noch eine Weile warten musste.
Im Bus ging es dann wieder zurück über die gefährlich scheinenden Straßen. Neben mir saß ein Kanadier namens Benjamin und wir verstanden uns auf Anhieb super. Er war gemeinsam mit seiner Schwester unterwegs und da keiner von uns für den nächsten Tag etwas geplant hatte, verabredeten wir uns direkt, gemeinsam Cusco unsicher zu machen.
Der Bus kam ziemlich spät in Cusco an und so fiel ich, kaum im Hostel angekommen, direkt ins Bett.
Nach einem gemütlichen Frühstück ging es schließlich los. Anna, Yumi und ich machten uns an den Aufstieg zum Machu Picchu. Der Weg war zwar nicht besonders weit, dafür war die Steigung enorm. Treppenstufe um Treppenstufe ging es bergauf, bis wir es endlich geschafft hatten.
Auf dem Weg wunderten wir uns, warum wir kaum jemanden trafen, weder Menschen, die wie wir nach oben liefen, noch welche, die uns entgegenkamen. Oben angekommen erfuhren wir schließlich den Grund: Bus um Bus wurden die Besucher den Berg hinaufgekarrt. Für uns gehörte die Wanderung einfach zum Machu-Picchu-Erlebnis dazu. Der Machu Picchu war sozusagen unsere Belohnung am Ende des Aufstiegs, und deshalb fühlte es sich für uns fast wie Schummeln an, den Bus zu nehmen, wenn man auch laufen konnte.
Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter. Bis auf ein paar vereinzelte Tropfen kam kaum etwas vom Himmel, und die Wartezeit bis zum Einlass verbrachten wir mit Kartenspielen und Weintrauben.
Und dann war es endlich so weit: Wir konnten Machu Picchu betreten.
Es war einfach unglaublich beeindruckend. Der Weg führte uns zunächst zu verschiedenen Aussichtspunkten, von denen aus wir einen fantastischen Blick über die gesamte Anlage hatten, inklusive der dort grasenden Lamas.
Anschließend ging es hinunter in die eigentliche Stadt, und wir waren überwältigt davon, wie viel noch so gut erhalten war. Immer wieder schlossen wir uns spontan verschiedenen Tourguides an und ließen uns so die Geschichte von Machu Picchu erklären. Wir erfuhren, wie die verschiedenen Gebäude genutzt wurden, wie die Bewohner Landwirtschaft betrieben und wie die beeindruckenden Bauwerke vermutlich errichtet worden waren.
Es war unglaublich spannend, all diese Hintergründe zu erfahren. Und zusätzlich zu Machu Picchu selbst hatten wir auch noch eine Aussicht, die für mich ein Highlight darstellte.
Als wir Machu Picchu schließlich verließen, begann es bereits zu dämmern. Wir waren allerdings mit Taschenlampen ausgerüstet und machten uns daher ohne größere Gedanken wieder auf den Weg nach Aguas Calientes.
Unterwegs konnten wir zunächst einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten. Anschließend zeigte sich der Mond, der immer wieder durch die sich auflösenden Wolken blinzelte. Als es schließlich vollständig dunkel war, entdeckten wir sogar noch Glühwürmchen.
So neigte sich ein wirklich perfekter Tag langsam dem Ende zu.
Zum Abendessen gab es für mich die restlichen Snacks von Machu Picchu, und erschöpft von den vielen Eindrücken und dem langen Tag ging es anschließend auch für mich ins Bett.