Lissabon 2

2.07.2026

Der nächste Tag begann ausgesprochen entspannt. Basti machte sich nach einem entspannten Frühstück auf den Rückweg nach Deutschland und ich machte mich allein auf den Weg in die Lissabonner Innenstadt.

Schon auf dem Hinweg gab es jede Menge zu entdecken. Bunte Graffiti schmückten die Hauswände, dazwischen die für Portugal so typischen blauen Fliesenfassaden. Besonders beeindruckt hat mich eine alte Bibliothek, deren Einrichtung wirkte, als wäre sie direkt aus einer anderen Zeit erhalten geblieben. Über einen Balkon konnte man sogar die Bücher der zweiten Etage bestaunen.

Durch verwinkelte Gassen führte mich der Weg schließlich zu einem alten Kloster, das sich schnell als Highlight des Tages herausstellte. Prunkvolle Wand- und Deckengemälde, goldverzierte Altäre und kunstvolle Holzarbeiten mit Elfenbeineinlagen ließen sich dort bestaunen. In Vitrinen wurden kostbare Kelche, Gewänder und anderer Kirchenschmuck ausgestellt, reich verziert mit Gold und Edelsteinen. Kaum zu glauben, das die Kirche so viel Geld für seine Priester hat fließen lassen.

Besonders schön waren die hellen Kreuzgänge, durch die das Sonnenlicht schien. Vom Glockenturm bot sich außerdem ein toller Blick über die Dächer Lissabons. Auch die alten Fliesenbilder gefielen mir sehr. Sie erzählten kleine Geschichten und machten jede Wand auf ihre eigene Weise interessant. Sogar eine alte Zisterne war noch erhalten und teilweise mit Wasser gefüllt. Unter dem Kloster befand sich eine kleine Gruft mit Knochenfunden aus einem noch älteren Kloster, auf dessen Fundamenten das heutige Gebäude errichtet wurde.

Nach dem Kloster ging es weiter durch die engen Gassen der Stadt. Die vielen Hügel der Stadt sorgten dafür, dass sich hinter jeder zweiten Ecke ein neuer Aussichtspunkt entdecken ließ.

Schließlich erreichte ich den Triumphbogen am Ufer von Lissabon. Von dort bewegte ich mich gemütlich an der Promenade entlang zur berühmten Pink Street mit pinkem Boden und anschließend weiter zur Green Street, die voll gestellt war mit Pflanzen, die teilweise auch über die Gasse rankten.

Ein kleiner Park sorgte anschließend noch für eine tierische Überraschung. Zwei frei laufende Pfaue spazierten gemütlich über die Wege und an einer Statue lagen unzählige, größtenteils zerbrochene Grabtafeln. Leider konnte ich nicht herausfinden, weshalb die Grabtafeln dort herumlagen.

Auf dem Rückweg zum Hostel kam ich noch an einem weiteren Park vorbei, in dem verschiedene Vogelarten lebten. Dort beobachtete ich das erste mal auch einen Hahn auf einem Baum.

Zurück im Hostel endete ein Tag mit einem leckeren Sardinen Abendbrot.

Lissabon 1

01.07.2026

Den ersten vollen Tag in Lissabon fuhren Basti und ich nach Sintra.

Der Ort erinnert an jegliche Märchen, die je existiert haben. Schlösser, Burgen Paläste, in unterschiedlichen Stilen. Die Fassade mal aus Stein, mal Bunt bemalt und mal mit in kleinster Handarbeit gefertigten verzierungen versehen. Hier eine Sammlung der Highlights:

Sintra hätte noch viel mehr zu bieten gehabt, aber da man für jedes Schloss und jede Burg einen seperaten Eintritt zahlen musste, haben wir uns in den meisten fällen nur damit begnügt die Fassaden anzuschauen. Zu manchen schlössern sind wir nicht einmal hingekommen, weil schon der eintritt in den Umliegenden Park Geld gekostet hätte. Sintra ist ein Ort, an den ich unbedingt noch einmal fahren will, und dann schaue ich mir alle Schlösser an.

Da meine Füße plattgelatscht waren, ging es für mich anschließen wieder ins Hostel wo ich mich von dem Tag erholte.

Lagos – Lissabon

30.06.2026

Was der vierte Tag in Lagos gewesen wäre, war mein Abreisetag nach Lissabon. Nach einem stärkenden Frühstück mit Basti, der den ersten Bus von Sagres nach Lagos genommen hatte ging es per Bus nach Lissabon. Storchennester und süße Berg- und Küstendörfer versüßten uns die Fahrt 3,5h lange Fahrt.

In Lissabon angekommen ging es erst einmal zu Fuß durch die Stadt und durch die Hitze.

Der erste Eindruck von Lissabon war richtig schön. Wie jede größere Stadt hatte zwar auch Lissabon hässliche Ecken, aber die vielen kleinen Gässchen, süßen Häuser und vielen Grünflächen machten das mehr als wett.

Das Hostel sah beeindrucken schön aus. Nicht nur in der Lobby, sondern überall wurde der alte Stil noch erhalten. Nachdem wir die Taschen weggebracht hatten, zogen wir wieder los die Stadt auskundschaften. Antike Tramlinien, alte Häuser und Treppen, so viele Treppen. Die Hügellandschaft auf der Lissabon erbaut wurde sorgt so nicht nur für das tägliche Sportprogramm, sondern auch für einzigartige Aussichten.

Kurz vor Sonnenuntergang machten wir uns auf den Weg zu einer Aussichtsplattform um von dort aus das Spektakel beobachten zu können.

Lagos

28., 29.06.2026

Nachdem ich den Sonntag leider aufgrund einer Erkältung flachlag, ging es Montag direkt weiter. Morgens ging es mit einem Bus von Lagos nach Sagres, wo Basti bereits eine Nacht zuvor angekommen war. Um Sagres ausführlich erkunden zu können, liehen wir uns Fahrräder und machten uns auf den Weg zu der südwestlichsten Spitze Europas. Wir wählten Abenteuer über Komfort, und so beschlossen wir, statt den Fahrradweg zur Landspitze zu nehmen, uns auf dem Fisherman’s Trail dorthin zu kämpfen.

Die Sträucher blieben in regelmäßigen Abständen in den Speichen stecken, sowohl beim Fahren als auch beim Schieben. Und fahren war sowieso nur begrenzt möglich, weil der Weg aus losem Sand und Geröll bestand. Diese Mühen wurden allerdings belohnt mit der schönsten Aussicht, die mit Lagos konkurrieren konnte. Schroffe Felsklippen, Sanddünen und türkises Wasser und wir oben drauf.

An den Klippen wurde eine Klosterfestung gebaut, die über die letzten 450 Jahre, seit sie erbaut wurde, langsam anfing, ins Meer abzustürzen. Aus Sicherheitsgründen wurde sie leider für die Öffentlichkeit geschlossen, aber ein Weg hinter dem Kloster führt die Klippen runter bis ans Wasser und unten angekommen konnte man sich zumindest vorstellen, wie erfrischend das Wasser sein muss. Baden war aufgrund der steilen Stufe ins Wasser leider nicht möglich, auch wenn wir es trotzdem versucht haben.

Die letzten paar Meter ging es weiter auf der Straße und der südwestlichste Punkt begrüßte uns mit einer steifen Brise und einer beeindruckenden Aussicht.

Im Windschatten genossen wir sowohl die Aussicht als auch unser Picknick und nach einer obligatorischen Bratwurst und einem Zertifikat ging es mit Rückenwind wieder bergab nach Sintra. Nach einer kurzen Pause ging es für mich kurz zu einer Burg, die aufgrund von Baumaßnahmen leider nicht besichtigungswert war, und zu einer Ruine, die neben einer schönen Aussicht auch riesige Kakteen zu bieten hatte.

Bei den Ruinen traf ich mich dann wieder mit Basti und gemeinsam kundschafteten wir noch den Fischereihafen mit seinem kleinen Leuchtturm aus.

Der Bus brachte mich anschließend wieder zurück nach Lagos und ich verbrachte meinen Abend damit, durch die kleinen Gässchen zu schlendern in denen die Brasilianischen Fußballfans für Stimmung sorgten und mir die Hafengegend mit modernen und historischen Schiffen anzusehen. Eine kleine Sandburg am Strand durfte natürlich auch nicht fehlen.

Faro – Lagos

27.06.2026

Um den Tag in Lagos optimal zu nutzen, nahm ich den frühesten möglichen Flixbus, so dass ich bereits vor 8 Uhr in Lagos ankam. Dort besuchte ich erst einmal einen lokalen Markt, in dem Kleinbauern ihr Obst und Gemüse verkauften und auch selbstgemachte Teigwaren, die als mein Frühstück dienten.

Mit meinem Frühstück machte ich mich dann auf den Weg zum Strand, um mich dort wieder mit Basti und Rebekka zu treffen und gemeinsam zu frühstücken.

Nach dem Frühstück und einer kurzen Gepäck Abgabe, erkundeten wir den Strand weiter und um auch die abgelegenen Buchten erkunden zu können, packte ich alle wichtigen Dokumente und mein Handy in einen Zip-Beutel und setzte die Erkundung schwimmend fort, als es zu Fuß nicht mehr möglich war.

Rebekka und Basti folgten auf dem Landweg und an einer Treppe schafften wir es dann uns wieder zu treffen.

Nach der Stranderkundung ging es dann zum Mittagessen wieder in die Innenstadt. Dort war ich spontan mit Eva-Maria, einer Freundin aus Deutschland verabredet, die auch zur gleichen Zeit wie ich in Portugal war.

Wir aßen gemeinsam und erkundeten die Innenstadt, bis Eva-Maria zum Bus musste, der sie weiter Nach Lissabon brachte.

Anschließend traf ich mich wieder mit Basti und Rebekka und wir starteten unsere Sonnenuntergangs-Wanderung. Der Weg führt uns an ausgesetzte Klippen und vorbei an wunderschönen Aussichten. Am auserkorenen Aussichtspunkt machten wir es uns gemütlich und aßen Abendbrot.

Nachdem wir wieder zurück im Ort waren, ging es nach einer kleinen wärmenden Pause weiter. In Lagos fand gerade das Festejos de São Pedro statt, und so konnten wir auch Portugiesische Tänze und Musik bestaunen.

Nach den Tänzen sorgte Livemusik für Stimmung und sorgte dafür, dass auch wir das Tanzbein schwungen.

Um kurz nach Mitternacht war es dann endlich Zeit für das Portugal Fußballspiel.

Und das war das Ende eines weiteren sehr Ereignisse reichen Tages.