Cusco-Aguas Calientes, 22.08.2026

Früh am Morgen ging es los nach Aguas Calientes, oder besser gesagt: auf dem Weg zu Machu Picchu. Obwohl es erst 5:30 Uhr war, waren die Märkte in Cusco bereits geöffnet und die Stimmung auf den Straßen war wirklich schön.

Im Bus lernte ich Yumi und Anna kennen. Beide kamen aus Frankreich und hatten genau wie ich geplant, spontan zu schauen, ob sie noch ein Ticket für Machu Picchu bekommen würden.

Wir wurden an der Station Hidroeléctrica abgesetzt und von dort aus startete unsere kleine Wanderung nach Aguas Calientes. Die Temperaturen waren angenehm, zum Glück, denn schon nach wenigen Metern fing es an zu schütten. Wir schützten unsere Rucksäcke so gut wie möglich mit unseren Jacken und marschierten anschließend weiter in Richtung Machu Picchu.

Da die Temperaturen angenehm waren, machte uns der Regen zum Glück nicht allzu viel aus. Im Gegenteil: Er trug sogar noch zu der urwaldartigen Atmosphäre bei. Wir sahen wilde Ananas, Bananen, Papayas und Avocados, während um uns herum riesige Berge in die Höhe ragten. Es war eine wirklich beeindruckende Kulisse.

In Aguas Calientes erwarteten wir eine ewig lange Schlange, da wir gehört hatten, dass man unter Umständen drei Tage für ein Ticket anstehen musste. Doch wir hatten unglaubliches Glück. Vielleicht lag es am Regen, vielleicht auch daran, dass es nur wenige Tage zuvor zu schweren Überschwemmungen gekommen war. Am Ticketschalter war jedenfalls kein einziger Tourist zu sehen.

Und so bekamen wir nicht nur überhaupt ein Ticket für Machu Picchu, sondern sogar genau das Ticket, das wir haben wollten, eines, mit dem wir auch durch die Inkastätte laufen konnten.

Yumi und Anna gingen anschließend in ihr Hostel, während ich mich in meinem einquartierte und endlich eine heiße Dusche genießen konnte. Ich war mittlerweile völlig durchnässt.

Nach einer kurzen Siesta trafen wir drei uns wieder, um gemeinsam Abendessen zu gehen. Wir fanden ein megasüßes Lokal, in dem wir sogar Jenga spielen konnten, während wir auf unser Essen warteten.

Danach ging es zurück zu unseren Hostels, denn wir waren wirklich müde. Für den nächsten Morgen verabredeten wir uns nach dem Frühstück, um gemeinsam zu Machu Picchu aufzubrechen.

Cusco, 21.08.2026

In Cusco angekommen, war es noch ziemlich früh. Meine erste Amtshandlung bestand also darin, mir ein geöffnetes Café zu suchen, in dem ich zumindest bis 8:00 Uhr warten konnte, um anschließend zum Hostel zu gehen und nach einem Bett zu fragen.



Das Café war sehr gemütlich und als es endlich so weit war, bekam ich auch ohne Probleme noch ein Bett. Neben einem Schlafplatz bekam ich außerdem weitere Informationen darüber, wie ich Machu Picchu besuchen konnte. Ich buchte den Bus und machte mich anschließend auf den Weg, Cusco zu erkunden.



Cusco war unglaublich schön. Enge Gässchen, wunderschöne Häuser und überall beeindruckende alte Architektur. Mein Mittagessen besorgte ich mir auf einem lokalen Markt, bevor ich mich auf den Weg zu einem nahegelegenen Hügel machte, um die Aussicht über die Stadt zu genießen.

Die Aussicht war beeindruckend und von allen Städten, die ich bis dahin besucht hatte, war Cusco definitiv meine Lieblingsstadt.



In der Nähe des Aussichtspunktes befand sich außerdem eine weitere Inkastätte. Da der Eintritt allerdings ziemlich teuer war, beschloss ich, sie als Notfallplan aufzuheben, falls ich es nicht schaffen sollte, Machu Picchu zu besichtigen.



Zurück im Hostel lernte ich ein Mädchen aus Großbritannien kennen. Zusammen genossen wir die Aussicht von der Dachterrasse, tranken Tee und tauschten uns über unsere bisherigen Reisen aus.


Am Abend kam schließlich auch Cam an. Er war allerdings so erschöpft von der Busfahrt, dass er uns keine Gesellschaft mehr leistete, sondern direkt ins Bett ging.

Ich bezahlte noch den Bus nach Machu Picchu für den nächsten Morgen und dann ging es auch für mich ins Bett. Schließlich würde der nächste Tag früh beginnen.

Puno-Cusco, 20.08.2026

Früh am Morgen hieß es aufstehen, um an einer Tour über den Titicacasee teilzunehmen. Um 7:00 Uhr wurde ich nach einem frühen Frühstück abgeholt. Aus demselben Hostel kam auch Cam, und so startete unsere gemeinsame Titicaca-Rundtour.

Ein Boot brachte uns zunächst zu den schwimmenden Schilfinseln. Sie bestanden aus einer Art Binsengewächs, und als wir auf einer der Inseln Halt machten, wurde uns sehr genau erklärt, wie eine solche Insel hergestellt wird. Das gleiche Material, aus dem die Inseln gebaut wurden, war sogar essbar. Unser Tourguide riet uns allerdings davon ab, es zu probieren, da der Magen von Touristen nicht an die Bakterien im Wasser gewöhnt sei. Da die Binsen im Wasser wachsen, würde das Probieren höchstwahrscheinlich zu Magenproblemen führen.

Es war unglaublich interessant zu erfahren, wie die Inseln gebaut und instand gehalten wurden und wie lange sie letztendlich hielten. Neben dem Aufbau der Inseln wurde uns auch die Kultur der dort lebenden Menschen erklärt und wie sie ihren Lebensunterhalt verdienten. Sie erzählten uns, dass sie hauptsächlich von der Fischerei und Entenjagd lebten. Bei den Preisen, die sie uns Touristen allerdings für alles Mögliche abknöpften, hegten Cam und ich den Verdacht, dass inzwischen ein beträchtlicher Teil ihres Einkommens aus dem Tourismus stammte.

Nach diesem Halt ging es weiter zur zweitgrößten Insel des Titicacasees. Dieses Mal handelte es sich um eine echte Insel und nicht um eine aus Schilf gebaute. Obwohl die Inseln so nah beieinander lagen, hatten die Menschen dort eine völlig andere Kultur.

Die Bewohner trugen noch traditionelle Kleidung, wobei die Mütze als wichtigstes Markenzeichen galt. Sie spielte sogar eine besondere Rolle bei der Partnerwahl. In dieser Kultur war Stricken eine wichtige Tugend, und ein Mann, der besonders gut stricken konnte, durfte heiraten. Beurteilt wurden seine Strickkünste vom Vater der Braut, indem die Mütze mit Wasser gefüllt wurde. Je nachdem, wie lange sie das Wasser hielt, ohne dass es durchsickerte, durfte der Stricker schließlich die Tochter heiraten, oder eben nicht.

Während die Männer strickten, stellten die Frauen Gürtel und andere Schmuckgegenstände her. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie außerdem mit Viehwirtschaft, Landwirtschaft und Fischerei. Allerdings hatten wir auch hier den Eindruck, dass der Tourismus mittlerweile eine der wichtigsten Einnahmequellen darstellte.

Nach einem leckeren Forellen-Mittagessen ging es für uns weiter über die Insel. Wir genossen die wunderschöne Natur, bevor wir schließlich wieder zum Boot zurückkehrten.

Wie schon auf dem Hinweg genossen Cam und ich die Fahrt auf dem Sonnendeck des kleinen Bootes. Neben der wunderschönen Aussicht fielen uns dabei zahlreiche kleine und größere Grasbrände auf. Ob diese absichtlich gelegt worden waren oder nicht, erschloss sich uns leider nicht.

Als wir wieder in Puno angekommen waren, ging es für mich zunächst kurz zum Busbahnhof, um ein Ticket für den Abend zu kaufen. Auf dem Weg dorthin musste ich mich durch einen Markt quetschen, auf dem Haushaltsgegenstände und Kleidung verkauft wurden. Wie so oft war ich überrascht, dass Dinge, für die es in Europa eigene Geschäfte gibt, hier ganz selbstverständlich auf Märkten verkauft wurden.

Nach ein wenig Verhandeln bekam ich am Busbahnhof ein günstiges Ticket nach Cusco. Anschließend ging es für mich zurück zum Hostel, um meine weitere Reise zu planen und mich noch etwas auszuruhen. Dabei versorgte ich mich großzügig mit dem kostenlosen Tee des Hostels.

Nach einem kleinen Abendsnack verabschiedete ich mich schließlich auch von Cam, und dann ging es los. Auf dem Weg zum Busbahnhof sah ich wieder den Karneval. Begleitet von Musik machte ich mich also auf den Weg zum Busbahnhof, in der Hoffnung auf eine erholsame Nacht im Bus.

La Paz-Puno, 19.08.2026

Pünktlich zum Beginn des Frühstücks standen wir auf, um das kleine, aber leckere Frühstück zu genießen. Und dann ging es auch schon los. Mein Bus fuhr um 15:00 Uhr am Busbahnhof ab, daher hatten wir keine Zeit zu verlieren.

Unser erster Stopp führte uns zum städtischen Friedhof. Der Weg dorthin führte uns an unzähligen Märkten vorbei, wobei jede Straße ihr eigenes Thema hatte. Einige Straßen verkauften Kostüme, andere alles, was man in Deutschland in einem Baumarkt finden würde. Es war faszinierend zu sehen, wie sehr sich die verschiedenen Waren auf einzelne Straßenzüge konzentrierten.

Beim Friedhof angekommen, sah dieser komplett anders aus, als wir es aus Europa kennen. Sechs bis acht Stockwerke hoch wurden die Kästen für die Urnen oder Särge übereinandergestapelt, und wie ein Labyrinth führten kleine Gässchen durch die Gräber. Manche sahen aus, als hätte man sie schon vor Jahrzehnten vergessen, andere waren liebevoll hergerichtet und mit Blumen und kleinen Erinnerungsstücken geschmückt.

Nach dem Friedhofsbesuch ging es mit der Seilbahn in Richtung Busbahnhof. Die Aussicht war unglaublich beeindruckend und der Transport ging außerdem um einiges schneller als mit dem Bus. Nach einem kurzen Stopp am Busbahnhof, bei dem Patric und ich unsere Bustickets kauften, ging es anschließend wieder in die Seilbahn.

Wir machten einen kompletten Rundtrip, und die Aussicht über die Stadt war beeindruckend. Die roten Häuser erstreckten sich über die Hänge und im Hintergrund konnte man die weißen, verschneiten Berge sehen. Ein wirklich beeindruckendes Panorama.

Zwischendurch stiegen wir aus und beobachteten eine Gruppe Männer, die einen Tanz einstudierten. Wieder einmal fiel mir auf, wie selbstverständlich es hier für Männer ist zu tanzen. Und ich musste daran denken, was für eine Schande es eigentlich ist, dass sich in Deutschland ein Großteil der Männer zu sehr dafür schämt.

Nach unserem Seilbahntrip machten wir uns auf den Weg zur Markthalle, um uns dort etwas Warmes zu essen zu besorgen. Für 50 Cent holten wir uns eine Sopa de Mani. Da uns das Essen allerdings etwas zu salzig war, verzichteten wir auf die Hauptspeise und holten uns stattdessen eine Salteña und ein mit Käse gefülltes Brötchen, Cuñapé.

Dann wurde es auch schon Zeit, zum Hostel zurückzukehren, den Rucksack abzuholen und anschließend für mich wieder zum Busbahnhof zu laufen.

Aurelia begleitete mich, denn sie hatte inzwischen genug Geld abgehoben, um auch ihr Busticket für den nächsten Tag bezahlen zu können. Da wir ungefähr zur gleichen Zeit in Lima sein würden, verabredeten wir uns noch dort.

Und dann hieß es für mich endgültig Abschied nehmen. Ich stieg in den Bus Richtung Puno und machte mich auf den Weg zu meinem nächsten Abenteuer.

In Puno angekommen, begrüßte mich ein Karneval. Da ich allerdings schon ziemlich müde war, schlenderte ich nur einmal daran vorbei und ging anschließend ins Hostel und direkt ins Bett.

Sucre-La Paz, 18.08.2026

Die Busfahrt war ohne Frage abenteuerlich. Einen Großteil der Fahrt konnte ich verschlafen, aber als ich einmal aufwachte und aus dem Fenster schaute, war alles schneeweiß, und der Bus fuhr nur noch im Schritttempo.

Als ich endlich in La Paz ankam, regnete es in Strömen. Ich beschloss daher, direkt weiter nach Puno zu fahren, weil ich überhaupt keine Lust hatte, bei diesem Wetter in La Paz zu bleiben. Da der Bus erst um 15:30 Uhr fuhr, ging ich zu einem nahe gelegenen Hostel, um dort das WLAN und die Trockenheit zu nutzen.

Das stellte sich als die richtige Entscheidung heraus. Nachdem ich eine Weile dort gesessen und meine Tagebucheinträge nachgeholt hatte, kam der Rezeptionist zu mir und zeigte mir eine E-Mail-Meldung, dass aufgrund des schlechten Wetters alle Busse aus La Paz gestrichen worden waren.

Nachdem mein Plan, direkt weiterzufahren, also ins Wasser gefallen war, beschloss ich, das Beste daraus zu machen. Ich suchte mir ein freies Hostel in der Innenstadt und quartierte mich dort ein.

Da es immer noch in Strömen regnete, verließ ich das Hostel nur, um mir zum Mittagessen ein Süppchen zu holen.

Als ich abends wieder Hunger bekam, fragte ich spontan Aurelie, eine weitere Reisende aus meinem Zimmer, ob sie zusammen mit mir etwas essen gehen wollte. Während wir uns fertig machten, lernten wir noch Patric kennen, der sich spontan anschloss.

Wir fanden ein günstiges und leckeres Hähnchenrestaurant und ließen den Abend gut gefüllt ausklingen. Für den nächsten Tag machten wir gemeinsam Pläne: Zuerst wollten wir den Friedhof besichtigen und anschließend mit der Seilbahn die Stadt erkunden.