Nach einem gemütlichen Frühstück im Hostel mit den Leuten, die ich in den vergangenen Tagen kennengelernt hatte, machte ich mich auf den Weg zur Bushaltestelle, um den Bus nach Posadas zu nehmen. Ursprünglich hatte ich geplant, dort einen ganzen Tag zu verbringen und die berühmten Ruinen in der Umgebung zu besichtigen. Da ich jedoch bereits für Montag mit den vier anderen Mädchen zum Roadtrip verabredet war, entschied ich mich, den Zwischenstopp deutlich zu verkürzen und die Ruinen auszulassen.
Am Abend erreichte ich schließlich meine Unterkunft und war ehrlich gesagt nur mäßig begeistert. Das Badezimmer wollte ich am liebsten gar nicht betreten, und auf meinem Bett krabbelten mehrere Ameisen herum. In der Hoffnung, dass sie sich lediglich verlaufen hatten und nicht irgendwo in der Matratze wohnten, wischte ich sie kurzerhand herunter und beschloss, erst einmal die Stadt zu erkunden.

Obwohl es bereits dunkel war, hatte mir der Gastgeber versichert, dass Posadas sehr sicher sei. Tatsächlich hatte ich das Gefühl, mich in einer wirklich sicheren Stadt zu befinden. Selbst spät am Abend waren noch überall Familien unterwegs, Kinder spielten auf den Straßen und an der Uferpromenade saßen unzählige Menschen zusammen, unterhielten sich und tranken gemeinsam Mate.




Als ich meinen Spaziergang eigentlich schon beenden wollte, hörte ich in der Ferne Trommeln. Neugierig folgte ich der Musik und stieß schließlich auf einen großen Platz, auf dem sich scheinbar die halbe Jugend der Stadt versammelt hatte. Gemeinsam wurde musiziert und getanzt. Es wirkte fast wie eine einstudierte Choreografie, gleichzeitig schien aber jeder kommen und gehen zu können, wann er wollte. Manche machten nur ein paar Minuten mit, andere tanzten die ganze Zeit. Bis heute weiß ich nicht, ob dort für einen Auftritt geprobt wurde oder ob das einfach ihre Art war, den Abend gemeinsam zu verbringen. So oder so war es eine unglaublich schöne Atmosphäre, der ich noch eine ganze Weile zuschaute.

Irgendwann machte ich mich schließlich auf den Rückweg zur Unterkunft. Wegen der zahlreichen Mücken im Zimmer kam zum ersten Mal auf meiner Reise mein Insektenspray zum Einsatz. Danach legte ich mich schlafen in der Hoffnung, dass die Ameisen tatsächlich nur zu Besuch gewesen waren.
