Iguazu, 24.07.2026

Pünktlich zum Frühstück standen wir am Freitag auf und machten uns gemeinsam mit Hunter, einem Amerikaner, den Virag am Vortag kennengelernt hatte, auf den Weg, die brasilianische Seite der Iguazú-Wasserfälle zu erkunden. Mit dem Bus ging es über die Grenze. Die Grenzkontrolle verlief erstaunlich schnell und unkompliziert, es schien niemanden wirklich zu interessieren, was wir in Brasilien vorhatten.

Im Bus trafen wir außerdem Ali, der zwar in einem anderen Hostel in Puerto Iguazú wohnte, aber ebenfalls den Nationalpark besuchen wollte. Am Park angekommen stieß schließlich noch Miranda aus Alis Hostel zu uns, sodass wir den Tag zu fünft verbrachten.

Das Wetter war anfangs leider nicht auf unserer Seite. Dichter Nebel und die Gischt der Wasserfälle machten es fast unmöglich, überhaupt etwas zu erkennen. Je weiter wir jedoch dem ausgeschilderten Weg folgten, desto mehr klarte der Himmel auf und schließlich konnten wir die Wasserfälle in ihrer ganzen Größe sehen. Trotz des anfänglich schlechten Wetters gefiel mir die brasilianische Seite sogar noch besser als die argentinische. Die Aussicht auf die Wasserfälle ist dort einfach spektakulär. Wenn ich mich entscheiden müsste, welche Seite ich noch einmal besuchen würde, wäre es definitiv die brasilianische.

Über mehrere Stege gelangten wir immer näher an die Wasserfälle heran. Kurz vor der letzten Plattform fiel uns auf, dass diese plötzlich fast menschenleer war, obwohl der restliche Weg völlig überfüllt gewesen war. Der Grund wurde schnell klar: Die Gischt war dort so stark, dass man innerhalb weniger Sekunden komplett durchnässt wurde. Da wir vermutlich nur dieses eine Mal dort sein würden, beschlossen wir trotzdem bis ganz nach vorne zu gehen. Das Wasser kam von allen Seiten, der Wind peitschte die Gischt über den Steg und innerhalb kürzester Zeit waren wir klatschnass. Dabei konnten wir gleich testen, wie wasserdicht unsere Kleidung wirklich war. Meine Jacke bestand den Test problemlos, meine Hose dagegen überhaupt nicht. Trotzdem war genau dieser Moment eines der lustigsten Erlebnisse des Tages und jede nasse Socke wert.

Da der Steg die letzte Station im Park war und wir ohnehin komplett durchnässt waren, machten wir uns anschließend auf den Rückweg. Ich war die Einzige, die wieder nach Argentinien zurückmusste, während die anderen ihre Reise auf der brasilianischen Seite fortsetzten.

Am Morgen hatte ich im Hostel bereits mit Zoe, einer Französin, gesprochen. Sie wollte als Nächstes ebenfalls nach Salta reisen und hatte über Facebook zwei Mädchen gefunden, die bereits ein Auto gemietet hatten und noch Mitfahrer suchten, um sich Sprit- und Mietkosten zu teilen. Durch Zufall stellte sich heraus, dass in Alis Hostel ebenfalls jemand mit demselben Reiseziel wohnte: Clemens. Ich brachte die beiden in Kontakt und lud Clemens zu uns ins Hostel ein, damit wir gemeinsam überlegen konnten, ob unsere Reisepläne zusammenpassten.

Als ich nach meinem Wasserfall-Abenteuer zurück im Hostel war, aß ich zunächst eine Kleinigkeit, bevor Clemens vorbeikam. Gemeinsam mit Zoe planten wir die Route und merkten schnell, dass alles perfekt zusammenpasste. Zoe schrieb den beiden Fahrerinnen, und kurz darauf stand fest: Das Auto war komplett besetzt und unsere Weiterreise organisiert.

Zum Abschluss des Tages veranstaltete das Hostel noch einen Filmabend. Wir bestellten Empanadas und schauten gemeinsam Rio. Besonders beeindruckt war ich davon, wie detailgetreu der Film die Stadt darstellt. Mit großer Vorfreude auf die bevorstehende Reise nach Salta ging ich schließlich ins Bett.