Sao Paulo – Paraty

07.07.2026

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker wieder in aller Herrgottsfrühe um 5 Uhr Morgens. Es ging weiter nach Paraty, meinem nächsten Reiseziel.

Der frühe Start hatte sogar einen unerwarteten Vorteil. Die Straßen von São Paulo wirkten plötzlich ganz anders als noch am Vortag. Die meisten Obdachlosen schliefen noch, stattdessen waren nur Menschen unterwegs, die auf dem Weg zur Arbeit waren. Obwohl es noch so früh war, war es bereits hell und die Atmosphäre fühlte sich überraschend ruhig und angenehm an.

Den Busbahnhof fand ich ohne Probleme und auch dort lief alles erstaunlich entspannt. Die Busse fuhren mehr oder weniger pünktlich und da Ich sofort Mitreisende nach Paraty fand wusste ich, dass wenn ich den Bus nicht bekommen sollte, ich ihn zumindestens nicht alleine verpassen würde. Und so begann die rund sechsstündige Fahrt nach Paraty ganz ohne Stress.

Die Busfahrt selbst verging schneller als erwartet. Die Sitze waren unglaublich bequem und unterwegs wurde die Landschaft immer tropischer. Immer wieder führte die Straße über Berge oder direkt an der Küste entlang und bot dabei wunderschöne Aussichten. Zwischendurch legten wir zwar eine Pause ein, aber da niemand sagte, wie lange sie dauern würde, traute ich mich nicht weiter vom Bus weg. Während viele andere gemütlich im Restaurant aßen, begnügte ich mich damit, mir kurz die Beine zu vertreten.

In Paraty angekommen, machte ich mich direkt auf den Weg zu meinem Hostel. Schon die ersten Meter durch den Ort machten sofort Lust auf mehr. Alles wirkte deutlich ruhiger und gemütlicher als in São Paulo.

Auch das Hostel überzeugte sofort. Es lag direkt an einem kleinen Fluss, hatte einen wunderschönen Garten und sogar einen kleinen Steg, auf den man sich setzen konnte. Ich war in einem reinen Frauenzimmer untergebracht und kam direkt mit zwei Mädchen aus Island ins Gespräch. Leider reisten die beiden schon am nächsten Tag wieder ab.

Natürlich hielt es mich nicht lange im Hostel und ich machte mich direkt auf den Weg, Paraty zu erkunden. Die Altstadt ist wirklich wunderschön. Zwischen den alten Kolonialhäusern führen die historischen Kopfsteinpflasterstraßen hindurch, die einst von Sklaven verlegt wurden und der Stadt bis heute ihren ganz besonderen Charme verleihen. Dazu kommen der kleine Hafen, die vielen bunten Häuser und die entspannte Atmosphäre, schon nach kurzer Zeit war ich begeistert von diesem Ort.

Als es langsam dunkel wurde, ging ich zurück ins Hostel, kaufte mir noch etwas zu essen und ließ den Abend ganz entspannt ausklingen. Ein bisschen Reiseplanung gehörte natürlich auch wieder dazu.

Kurz vor Mitternacht wurde ich noch einmal wach, weil eine weitere Mitbewohnerin ins Zimmer kam. Ich war allerdings viel zu müde, um mich vorzustellen, das sollte dann erst am nächsten Tag passieren.