Uyuni, 12.08.2026

Die Lebensmittelvergiftung ließ leider auch am nächsten Tag nicht nach, und so erlebte ich die weiteren Stopps nur vom Auto aus. Eine Kaktusinsel mitten in der Salzwüste, ein Museum über die Salzwüste, ein Touristenmarkt und schließlich ein Eisenbahnfriedhof standen auf dem Programm.

Völlig fertig wurden Alexander, Jean-Baptiste und ich am Ende der Tour zu unserem Hostel gefahren. Denn auch die beiden hatten im Laufe der Autofahrt zunehmend mit der Lebensmittelvergiftung zu kämpfen. Dort angekommen, ging es für uns zunächst einmal direkt ins Bett, in der Hoffnung, dass eine lange Nacht mit viel Schlaf uns wieder kurieren würde.

Uyuni tour, 11.08.2026

Als wir am nächsten Morgen aufwachten, war das kleine Dörfchen wie überzuckert. Es hatte die ganze Nacht über geschneit. Nachdem wir uns bei unserem Tourguide Junior versichert hatten, dass es keine Probleme mit der Weiterfahrt geben würde, konnten wir die weiße Landschaft in vollen Zügen genießen.

Nach einem Pancake-Frühstück ging es zu unserem ersten Stopp, einer Lama-Farm. Dort begrüßte uns ein traditionell gekleidetes Ehepaar und unzählige süße Lamas. Uns wurde erklärt, dass Lamawolle im Gegensatz zu Alpakawolle beim Waschen nicht eingeht und deshalb die bessere Wolle sei. Anschließend führte uns der alte Hirte noch seine Steinschleuderkünste vor. Anders als wir zunächst dachten, wurden diese nicht zum Jagen, sondern zum Treiben der Lamas verwendet. Danach bekamen wir einen Tee aus Rica-Rica, der gegen die Höhenkrankheit helfen sollte, und hatten die Möglichkeit, selbstgestrickte Sachen aus Lamawolle zu kaufen.

Anschließend ging es weiter. Unser nächster Stopp war ein Felsen, der wie ein Pokal geformt war. Pittoreske Felsformationen erstreckten sich überall um uns herum. Außerdem konnten wir die süßen Chinchillas beobachten, die zwischen den Felsen lebten und dort munter herumtummelten.

Weiter ging es zu einer kleinen Schlucht mit noch mehr beeindruckenden Felsformationen. Etien und ich nutzten die Gelegenheit, die Felsen zu erklimmen, um eine bessere Aussicht zu bekommen. Die Aussicht blieb leider aus, Spaß gemacht hat es trotzdem.

Der nächste Stopp führte uns zum Kobra Canyon. Bis zu diesem Punkt war das definitiv mein Highlight: eine beeindruckende Aussicht und ein Naturphänomen, das einem einfach den Atem verschlägt.

Nach dem Mittagessen ging es weiter. Die Straße schlängelte sich vorbei an unzähligen Lamas, die die wenigen grünen Grashalme nutzten, um in dieser rauen Gegend zu überleben. Wir kamen an einer weiteren Lagune mit Flamingos und anderen Vögeln vorbei, die allerdings nicht ganz so beeindruckend war wie die Lagune am Tag zuvor.

Angekommen im ehemaligen Eisenbahnort Julaca, hatten wir die Möglichkeit, lokales Bier mit verschiedenen regionalen Geschmacksrichtungen zu probieren. Außerdem konnten wir auf Eisenbahnwaggons klettern und uns ein bisschen wie bei Subway Surfer fühlen.

Da das Wetter für den nächsten Tag leider nicht besonders schön vorhergesagt war, beschlossen wir kurzerhand, die Salzwüste Salar de Uyuni vorzuziehen und dort den Sonnenuntergang anzuschauen. Es war wirklich ein unglaubliches Schauspiel. Wir machten weitere Touristenfotos und bestaunten dieses Naturwunder. Der Salar de Uyuni übertraf die Salinas Grandes bei Salta um Längen.

Einfache Krämpfe am Ende unseres Salzwüstenbesuchs entwickelten sich leider zu einer voll ausgewachsenen Lebensmittelvergiftung. Damit war ich für den Rest des Tages leider komplett ausgeschaltet.

Uyuni tour 10.08.2026

Um 6:30 Uhr wurden Zoé und ich abgeholt, um zur bolivianischen Grenze gebracht zu werden und damit auch zum Nationalpark Salar de Uyuni. Nach einem leckeren Frühstück an der Grenze ging es für uns über die Grenze. Auf der anderen Seite warteten bereits Jeeps auf uns, und so ging es für Zoé und mich auf in Richtung Uyuni.

Mit dabei waren natürlich ein Tourguide und ein Fahrer sowie Alexanne und Jean-Baptiste, mit denen wir bereits die Lagunentour in Chile gemacht hatten. Im Bus lernten wir außerdem Etjen kennen, der ebenfalls in unserem Jeep saß.

Unser erster Stopp war eine heiße Lagune, in der wir sogar baden konnten.

Anschließend ging es weiter zu weiteren Geysiren, die komplett anders aussahen als die, die wir am Vortag bei El Tatio gesehen hatten, aber nicht weniger beeindruckend.

Danach machten wir noch Halt an einer pinken Lagune mit hunderten Flamingos.

Die Flamingos vor der pinken Lagune waren ganz klar mein persönliches Highlight. Danach ging es weiter durch eine atemberaubende, karge Landschaft zu unserer Unterkunft.

Dort hatten wir gerade einmal etwas Zeit, uns das kleine Örtchen anzuschauen, mit ein paar Kindern Fußball zu spielen und Zoé ausprobieren zu lassen, wie es sich anfühlt, auf über 4.000 Metern zu joggen. Viel Zeit blieb uns allerdings nicht, denn schon bald mussten wir wieder zurück, um gemeinsam zu Abend zu essen.

Zum Verdauen spielten wir anschließend noch Karten mit einem Japaner, den wir vor dem Essen kennengelernt hatten. Mit diesem aufgeheizten, aber unglaublich lustigen Spieleabend ließen wir den Tag schließlich ausklingen.

San Pedro de Atacama 09.08.2026

Früh morgens ging es für Lou, Lee, Zoé und mich zu den Geysiren von El Tatio mit einer geführten Tour. Um 4:30 Uhr wurden wir abgeholt, damit wir pünktlich zum Sonnenaufgang dort sein konnten. Auf dem Weg dorthin wurde im Bus noch einmal etwas Schlaf nachgeholt.

Dort angekommen, wurden wir neben einem süßen Fuchs auch von blubbernden und dampfenden Geysiren begrüßt. Bei eisigen –17 °C Lufttemperatur bekamen wir eine Führung durch das Geysirfeld. Dabei wurde uns erklärt, wie die Geysire entstanden sind und wie sie genau funktionieren.

Völlig durchgefroren ging es anschließend zurück zum Bus, der uns zu unserem Frühstücksstopp brachte. Vorbei an Suri, Vicuñas, kleinen hasenähnlichen Tieren,Vizcachas, und den wohl romantischsten Vögeln der Welt, den gaviota cabecinegra, führte uns die Tour in ein kleines, idyllisches Örtchen, wo wir ein ausgiebiges Frühstück zu uns nahmen.

Anschließend ging es weiter und wir konnten sogar noch ein paar Flamingos bestaunen. Danach machten wir uns auf den Rückweg in Richtung San Pedro.

Mitten in einer wunderschönen, aber kargen Landschaft hielt der Bus plötzlich an. Der Fahrer und unser Tourguide stiegen aus und inspizierten die Räder des Fahrzeugs. Nach kurzer Zeit stiegen sie wieder ein, denn offensichtlich konnten sie nichts Auffälliges feststellen.

Der Bus wurde also wieder gestartet und gerade als er beschleunigte, gab es plötzlich einen lauten Rums. Aus meinem Fenster konnte ich beobachten, wie sich eines der Räder vom Bus verabschiedete und völlig selbstständig davonrollte.

Gestrandet, ohne Netz und ohne einen funktionierenden Bus, kamen wir also erst einmal nicht weiter. Da wir einen unglaublich coolen Tourguide hatten, beschloss dieser kurzerhand, aus der Not eine Tugend zu machen und noch eine kleine zusätzliche Tour zu veranstalten.

Alle stiegen aus dem Bus aus und wir bekamen einen interessanten Vortrag über die lokale Flora und Fauna. Als wir schließlich glasähnliche Steine fanden, holte unser Tourguide sogar ein Taschenmikroskop aus dem Bus und untersuchte die Steine gemeinsam mit uns.

Während wir dort unterwegs waren, hielten mehrere Busse an und boten uns ihre Hilfe an. Da die zusätzliche Tour allerdings sehr interessant war, lehnten wir die ersten Angebote noch ab. Erst als unser Guide uns alles erzählt hatte, was er wusste, ließen wir uns schließlich von einem anderen Bus zurück nach San Pedro bringen.

Dort angekommen, schlenderten wir noch eine Weile durch die Innenstadt, besorgten uns ein berühmtes chilenisches Getränk und warme Socken auf einem kleinen lokalen Markt und stärkten uns außerdem mit richtig leckeren Empanadas.

Am Abend probierten wir noch einen typisch chilenischen Hotdog, den sogenannten Completo. Damit ging unser letzter gemeinsamer Abend zu Ende. Am nächsten Tag würden Zoé und ich nach Bolivien weiterreisen, während es für Lou und Lee in Richtung Santiago de Chile ging.

San Pedro de Atacama, 08.08.2026

Zoé und ich mussten leider das Hostel wechseln, weil unser altes keine Zimmer mehr frei hatte. Da unser erstes Hostel allerdings deutlich schöner war, verbrachten wir den Tag trotzdem lieber bei Lou und Lee, die dort noch ein Zimmer hatten.

Wir machten es uns entspannt in den Hängematten gemütlich, genossen das milde Wetter und planten unsere weitere Reise, da noch niemand von uns über San Pedro hinaus geplant hatte.

Am Abend gingen wir noch lecker und günstig essen. Alles in allem war es zur Abwechslung einmal ein richtig entspannter Tag.