Am nächsten Morgen ging es für Forest und mich ohne Zoe in die Innenstadt, denn sie blieb noch einen Tag länger in Sucre und musste einige organisatorische Dinge erledigen.
Zu zweit klapperten wir also die Innenstadt ab. Kleine Kinder liefen in einer Parade durch die Stadt und erinnerten dabei an den Kinderkarneval, den wir bereits in Potosí gesehen hatten. Ein wirklich süßer Anblick.


Anschließend kamen wir zu einem lokalen Markt, auf dem wirklich alles verkauft wurde: Obst, Gemüse, Brot, Fleisch, ganze Gerichte, Nachspeisen, einfach alles war dabei.




Weiter ging es zu einem Museum über traditionelle bolivianische Weberei. Dort besorgten wir uns beide ein kleines Mitbringsel: einen Schlüsselanhänger mit einem typisch traditionellen Motiv.
Als letzter Stopp war ein Kloster geplant, in dessen Umgebung es einen weiteren Markt geben sollte und außerdem eine schöne Aussicht. Und wir wurden nicht enttäuscht. Unter uns erstreckte sich die gesamte Stadt und endlich bewegten wir uns durch die kleinen, süßen, kopfsteingepflasterten Gässchen, die ich mir am Vorabend so sehr gewünscht hatte.






Da uns inzwischen der Hunger plagte, ging es wieder zurück zum Markt, wo wir uns traditionelle Gerichte zum Mittagessen besorgten. Um ehrlich zu sein, weiß ich bis heute nicht genau, was ich gegessen hatte, aber es hat wirklich gut geschmeckt. Forest besorgte sich eine traditionelle Suppe, und auch die schmeckte richtig gut.
Als Durstlöscher bestellten wir Zuckerrohrsaft, der direkt vor unseren Augen frisch gepresst wurde. Leider war er uns beiden etwas zu süß. Als Nachtisch gab es für mich einen Milchpudding mit Götterspeise, geschmacklich leider nur mittelmäßig.



Gestärkt ging es weiter in ein kleines Café, wo wir uns noch mit einem Kaffee stärkten, bevor unser letzter Stopp anstand: eine Kirche, von deren Dach aus wir die Aussicht über Sucre noch einmal bewundern konnten. Nach einer kurzen Führung durften wir uns frei in der Kirche bewegen. Es war ein wirklich schöner Aussichtspunkt und die Kirche selbst noch erstaunlich gut erhalten. Die weißen Säulen und Bögen vor dem dunklen Himmel sahen richtig beeindruckend aus.










Anschließend ging es zurück zum Hostel, um Zoe noch einmal zu treffen, bevor Forest und ich Sucre verließen. Wir genossen gemeinsam noch den Garten des Hostels, planten unsere Weiterreise und stärkten uns mit der Pizza vom Vorabend. Danach ging es für Zoe ins Kino und für mich zur Bushaltestelle. Forest nahm einen späteren Bus.
Damit hätte ein ziemlich perfekter Tag eigentlich zu Ende gehen können. Aber natürlich konnte es nicht ganz so einfach bleiben.
Mein Versuch, Bargeld abzuheben, scheiterte nämlich kläglich. Damit hatte ich nicht genug Geld, um mein Busticket zu bezahlen. In der Hoffnung, dass zumindest Kartenzahlung funktionieren würde und der Busbahnhof überhaupt Kartenlesegeräte hatte, machte ich mich also auf den Weg.
Natürlich akzeptierte niemand Kartenzahlung.
Zum Glück fand ich schließlich jemanden, der, wenn auch zu einem grottenschlechten Wechselkurs, meine letzten Euros akzeptierte, die ich noch in meinem Rucksack hatte. So konnte ich meine Reise nach La Paz schließlich doch antreten.
Zwar war ich etwas nervös, weil ich keine Ahnung hatte, wann und wie sich das Geldproblem lösen würde, aber ich war mir sicher, dass ich in La Paz als deutlich größerer Stadt bessere Möglichkeiten haben würde, das Problem zu lösen. Nachdem ich meiner Bank noch mein Problem mitgeteilt hatte, konnte ich mich schließlich zurücklehnen und die Busfahrt größtenteils verschlafen.






















































