Von der Garganta del Diablo zum Hornocal, 02.08.2026

Nach einem recht entspannten Morgen ging es für uns erneut nach Tilcara, wo ein weiterer Garganta del Diablo auf uns wartete. Die Wanderung führte uns über die Berge und bot beeindruckende Ausblicke auf das Tal, in dem wir uns die letzten Tage bewegt hatten.

Nach einem kleinen Eintritt konnten wir schließlich die Schlucht besichtigen. Über einen schmalen Weg mit einem erschreckend niedrigen Geländer, das wohl keiner deutschen Sicherheitsrichtlinie gerecht geworden wäre, ging es tief hinunter. Eine kleine Abkürzung führte durch einen Tunnel, in dem das Wasser floss. Natürlich mussten wir diesen ausprobieren. Also zogen Clémence, Zoé und ich unsere Schuhe aus und wateten nacheinander durch das eiskalte Wasser. Alexia und Julien entschieden sich lieber für den etwas längeren, dafür aber trockenen Weg.

Die Schlucht war ohne Zweifel beeindruckend, kam für uns aber nicht an die Garganta del Diablo der Südtour heran. Ein kleiner Wanderweg führte weiter zu einem Wasserfall, der aufgrund des ausbleibenden Regens allerdings nur wenig Wasser führte. Anschließend ging es wieder zurück aus der Schlucht und zum Auto.

Nach einer schnellen Stärkung mit Toast, Käse und Wurst machten wir uns auf den Weg zum Serranías de Hornocal, auch bekannt als der Berg der 14 Farben. Der Ausgangspunkt befand sich in Humahuaca. Die Touristeninformation verpassten wir zunächst und fuhren stattdessen direkt in den Ort hinein. Als wir anschließend versuchten, zurückzufinden, verfuhren wir uns gnadenlos. Gefühlt bestand Humahuaca nur aus Einbahnstraßen, von denen zusätzlich noch die Hälfte gesperrt war.

Endlich an der Touristeninformation angekommen, versuchte man uns einen Geländewagen mit Allradantrieb zu verkaufen, da unser Auto angeblich nicht für die Strecke geeignet sei. Da uns die Kosten deutlich zu hoch waren, fuhren wir zunächst zur Bushaltestelle und fragten, ob es einen Bus zum Aussichtspunkt gäbe. Die Antwort lautete: nein. Stattdessen wollte man uns dort einen noch teureren Geländewagen vermitteln.

Etwas genervt schauten wir uns die Strecke auf Google Maps Street View an. Die Straße war zwar unbefestigt, wirkte aber durchaus mit unserem Auto befahrbar. Also beschlossen wir, es einfach selbst zu versuchen.

Über eine Schotterpiste machten wir uns auf den Weg in Richtung Regenbogenberge. Die Straße war nicht einmal annähernd so schlimm, wie man sie uns beschrieben hatte, sogar deutlich besser als einige Strecken auf unserer Südtour. Dafür war die Aussicht einfach unglaublich. Schon aus der Ferne konnten wir die bunten Berge erkennen, und sie sahen wirklich spektakulär aus.

Als wir schließlich über die letzte Bergkuppe fuhren, verschlug es uns den Atem. Es schien kaum vorstellbar, dass ein einzelner Berg so viele verschiedene Farben gleichzeitig tragen konnte. Wir befanden uns inzwischen auf über 4.300 Metern Höhe, doch zunächst merkte noch niemand von uns etwas davon. Zum Glück.

Wir spazierten zu einem etwas tiefer gelegenen Aussichtspunkt, bewunderten die Berge und machten natürlich die obligatorischen Touristenfotos, ganz nach den Tipps unseres Tourguides aus der Salzwüste.

Erst auf dem Rückweg zum Auto machte sich die Höhe bemerkbar. Während ich mich weigerte, langsamer zu laufen als sonst, war ich am Ende des gar nicht so steilen Anstiegs völlig außer Atem. Mein Herz schlug, als wäre ich gerade einen 200-Meter-Sprint gelaufen. Da wurde uns erst richtig bewusst, wie dünn die Luft auf über 4.300 Metern tatsächlich ist.

Wir blieben noch eine Weile und genossen den Anblick der Berge, bis die Sonne langsam unterging. Im warmen Abendlicht leuchteten die Farben noch intensiver und machten die Landschaft fast unwirklich schön. Auf dem Rückweg sprangen sogar noch einige Vicuñas mit ihren Jungtieren vor uns über die Straße, ein wirklich süßer Anblick.

Zurück in Humahuaca gingen wir noch lecker essen, bevor wir schließlich zu unserer Unterkunft zurückfuhren. Es war ein rundum gelungener Tag.

Roadtrip zu Salina Grandes, Purmamarca und Tilcara, 01.08.2026

Pünktlich standen wir an diesem Morgen auf, um auf Empfehlung eines Tourguides die Salinas Grandes zu besichtigen. Dabei handelt es sich um eine riesige Salzwüste, die man sogar mit dem eigenen Auto erkunden kann.

Eine malerische Straße führte uns über einen Gebirgszug auf rund 4.100 Meter Höhe und bot uns dabei atemberaubende Ausblicke. Als es anschließend wieder bergab ging, eröffnete sich bereits eine beeindruckende Aussicht auf die Salinas Grandes. Ein paar Vicuñas, machten den Anblick noch schöner.

An der Salzwüste angekommen, verschlug es uns glatt die Sprache. Obwohl einige Stellen etwas verschmutzt waren, erstreckte sich die weiße Salzwüste kilometerweit über die Hochebene. Da das Salz an manchen Stellen unterhöhlt war und das Befahren deshalb nicht ganz ungefährlich ist, mussten wir uns mit einer geführte Tour zufrieden geben.

Auf einem Motorrad führte uns unser Tourguide über die Salzwüste. Unser erster Stopp waren Salzbecken, in denen Wasser stand. Dabei handelte es sich um Überbleibsel des Salzabbaus. Das Wasser war natürliches Grundwasser, das an die Oberfläche gedrückt wurde. Die unendliche Weite der Salzwüste eignete sich perfekt für ein paar tolle Gruppenfotos. Außerdem konnten wir unseren Finger in das Salzwasser tauchen und probieren, wie salzig es war. Erstens war es unglaublich salzig, so sehr, dass sich der ganze Mund zusammenzog. Und zweitens war das Wasser eiskalt, was bei den Außentemperaturen allerdings kein Wunder war.

Der nächste Stopp war ein Loch im Salz das auch mit Wasser gefüllt war, das wie ein kleiner See aussah. Unser Tourguide erklärte uns, dass unter der Salzkruste Wasser fließe und sich das Loch deshalb nicht wieder schließe. Auch hier entstanden noch einmal die typischen Touristenfotos, bevor wir uns auf den Rückweg machten zum Ausgangspunkt der Tour.

Wieder am Ausgangspunkt angekommen, fiel uns auf, dass die kleinen Hütten dort aus Salz gebaut waren. Fast wie ein Iglu, nur eben aus Salz.

Nach unserem Besuch der Salinas Grandes fuhren wir wieder über die Berge mit ihren wunderschönen Ausblicken nach Purmamarca. Dort wollten wir sehen, ob die berühmten Regenbogenberge bei Tageslicht noch beeindruckender wirken. Leider wurden wir etwas enttäuscht, denn im direkten Sonnenlicht waren die Farben deutlich weniger intensiv und kaum zu erkennen. Von den Bergen waren wir zwar nicht ganz überzeugt, der Ort selbst war dafür aber umso schöner. Außerdem erlebten wir dort eine traditionelle Zeremonie, die jedes Jahr am 1. August gefeiert wird. Sie wird die Pachamama-Zeremonie genannt und wir konnten zusehen, wie die Erde mit Lebensmitteln „gefüttert“ wurde.

Nach diesem schönen Zwischenstopp ging es für uns weiter nach Tilcara. Dort schlenderten wir über einen Touristenmarkt, kauften noch etwas zum Essen, spazierten durch die Gassen und tankten das Auto voll, bevor wir schließlich zu unserer Unterkunft in Maimará zurückkehrten.

Roadtrip von Coronel Moldes über Salta nach Maimará, 31.07.2026

Früh am Morgen ging es für uns fünf zurück nach Salta. Bevor wir allerdings aufbrechen konnten, wurde unser Morgen noch durch einen süßen, aber auch etwas ekligen Fund verzögert: In der Nacht hatte sich ein Frosch in unsere Toilette verirrt.

Trotz der kleinen Verzögerung schafften wir es, bereits um 7:00 Uhr im Auto zu sitzen, sodass wir pünktlich zur Autorückgabe wieder in Salta ankamen. Nach dem Abschied von Éloïse und Margaux warteten Zoé, Clémence und ich auf unsere nächsten Mitreisenden. Über Facebook hatte Zoé bereits zwei weitere Reisende gefunden: Julien und Alexia, ebenfalls aus Frankreich.

Gemeinsam mieteten wir wieder das gleiche Auto wie zuvor und machten uns auf den Weg in Richtung Norden, in die Region Jujuy. Der erste Teil der Strecke führte uns durch grünen Dschungel und über enge Serpentinenstraßen, auf denen wir froh waren, dass uns kaum Gegenverkehr begegnete. Immer wieder standen Ziegen, Kühe oder Pferde am Straßenrand und sorgten für kleine Schreckmomente, weil wir nie wussten, ob sie nicht doch noch auf die ohnehin schon schmale Straße laufen würden.

Zur Mittagszeit machten wir einen kurzen Stopp am idyllischen See Dique La Ciénaga. Mit der schönen Aussicht und zwei Anglern war er der perfekte Ort für eine kleine Pause. Anschließend ging es weiter Richtung Norden. Je weiter wir fuhren, desto trockener wurde die Landschaft. Die letzten Kilometer bis zu unserer Unterkunft führten schließlich durch ein wunderschönes Tal, durch das sich die Straße schlängelte. Etwas abgelegen, aber mit herrlichem Blick auf die Berge, erreichten wir schließlich unsere Unterkunft.

Nach einer kurzen Stärkung machten wir uns auf den Weg zu den ersten Regenbogenbergen. Nach einer kurzen Autofahrt kamen wir im kleinen Ort Purmamarca an. Obwohl der Ort sehr touristisch war, hatte er einen süßen Charme. Direkt dahinter erhoben sich, wie versprochen, die berühmten Siete de Colores. Die Sonne war zwar bereits kurz vor dem Untergehen, doch wir konnten die Berge trotzdem noch bewundern. Nicht nur die Regenbogenberge selbst, sondern auch die umliegenden Berge machten den Ort zu einem beeindruckenden Anblick.

Als es langsam dämmerte, schlenderten wir noch über den kleinen Touristenmarkt. Dort drehte sich gefühlt alles um Lamas, Mützen, Socken, Pullover, Bilder, Magnete und viele weitere Souvenirs. Im Dunkeln fuhren wir schließlich zurück zu unserer Unterkunft. Nach einem leckeren Abendessen ging auch dieser Tag unseres Roadtrips zu Ende.

Roadtrip von Gafayate nach Coronel Moldes, 30.07.2026

Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel: Coronel Moldes.

Bevor die Landschaft langsam wieder grüner wurde, machten wir noch einen Stopp an einer beeindruckenden Sanddüne. Anschließend führte uns die Straße durch eine spektakuläre Felslandschaft mit immer neuen Aussichtspunkten. Besonders beeindruckend waren ein natürliches Amphitheater sowie die Diablos Gigantes, gewaltige Felsformationen, zwischen denen zwei Einheimische musizierten. Eigentlich hatten sie sich etwas abseits der Touristen platziert, doch wir hatten das Glück, ihr kleines Konzert trotzdem miterleben zu können. Immer wieder kamen wir außerdem an Bergen vorbei, die von bunten Gesteinsadern durchzogen waren und dadurch fast künstlich wirkten.

Zur Mittagszeit stärkten wir uns mit frisch gefüllten Tortillas, bevor wir in einem kleinen Ort Halt machten, durch den früher einmal eine Eisenbahnstrecke verlief. Dort besichtigten wir eine über hundert Jahre alte Eisenbahnbrücke, die noch immer erstaunlich gut erhalten war.

Nach einer letzten kurzen Etappe erreichten wir schließlich unsere Unterkunft in Coronel Moldes. Wir fuhren noch einkaufen und machten einen kleinen Abstecher zu einem nahegelegenen See und damit ging ein weiterer abwechslungsreicher Tag unseres Roadtrips zu Ende.

Gafayate, 29.07.2026

Da wir einen ganzen Tag in Cafayate zur Verfügung hatten, wollten wir ihn natürlich bestmöglich nutzen und machten uns schon früh am Morgen auf den Weg. Unser erster Programmpunkt war eine Wanderung. Nach einer kurzen Autofahrt erreichten wir den Startpunkt, und schon die ersten Meter machten deutlich, dass uns ein anstrengender Aufstieg bevorstand. Der Weg führte fast ausschließlich bergauf und die Steigung zog sich bis zum Gipfelkreuz. Die Mühe lohnte sich jedoch allemal. Oben angekommen wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Zu unseren Füßen lagen die Weingüter von Cafayate, dahinter erstreckte sich die beeindruckende Gebirgskette der Anden.

Nach einem kleinen Picknick auf dem Gipfel machten wir uns wieder an den Abstieg. Auch der Rückweg hatte seine Highlights: Es liefen Ziegen über den Wanderweg, und am Fuße des Berges wurden wir von mehreren kleinen Zicklein begrüßt, die mindestens genauso neugierig auf uns waren wie wir auf sie.

Ohne Pause fuhren wir anschließend zu einer Ziegenkäsefarm. Da wir etwas zu früh für die Führung dort ankamen, bestellten wir zunächst eine Käseplatte. Der Ziegenkäse war hervorragend und geschmacklich meilenweit von dem entfernt, was man normalerweise im Supermarkt bekommt. Dazu probierten wir einen Wein aus dem hauseigenen Weingut, denn der Besitzer der Käserei baute nebenbei auch Wein an.

Kurz darauf begann die Führung. Vorbei an unzähligen Ziegen – von kleinen Zicklein über Muttertiere bis hin zu stattlichen Ziegenböcken – gelangten wir zur Käserei. Durch eine große Fensterscheibe konnten wir die Produktionsräume sehen, während uns erklärt wurde, welche Käsesorten hergestellt werden, welche Maschinen dabei zum Einsatz kommen und wie lange die einzelnen Sorten reifen müssen.

Mittlerweile machte sich die intensive Nachmittagssonne deutlich bemerkbar. Deshalb entschied ich mich, den geplanten Besuch eines Weinguts auszulassen und stattdessen in der Unterkunft etwas auszuruhen. Die anderen vier fuhren weiter zur Weinverkostung und erzählten später begeistert davon.

Am Abend trafen wir uns wieder und gingen gemeinsam zu einem Asado, dem traditionellen argentinischen Grillgericht. Das Fleisch war zwar etwas salziger als erwartet, schmeckte aber trotzdem sehr gut und machte mehr als satt. Zum Abschluss gönnten wir uns noch ein Weineis, eine Spezialität der Region, bevor wir müde, aber zufrieden in unsere Unterkunft zurückkehrten. Damit ging ein weiterer gelungener Tag unseres Roadtrips zu Ende.