Roadtrip von Cachi nach Cafayate, 28.07.2026

Nach einem einfachen, aber leckeren Frühstück im Hostel machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel: Cafayate. Wie schon am Vortag bestand die Fahrt aus unzähligen kleinen Stopps, um Aussichtspunkte zu genießen oder kurze Spaziergänge zu unternehmen.

Je weiter wir fuhren, desto trockener wurde die Landschaft. Pflanzen gab es nur noch vereinzelt, und wenn doch, dann handelte es sich fast immer um Kakteen. Diese waren allerdings alles andere als klein. Zwei Meter hohe Exemplare waren völlig normal, und obwohl wir keinen Zollstock dabeihatten, war ich mir ziemlich sicher, dass einige von ihnen sogar die Drei-Meter-Marke überschritten.

Unsere Route führte uns durch ein kleines, charmantes Dorf und vorbei an riesigen Kakteenfeldern, bevor wir einen weiteren Wanderstopp einlegten. Der kurze Spaziergang verlief zwischen beeindruckenden Sandsteinformationen, die über Jahrtausende vom Wind und Wasser geformt worden waren. Die Landschaft wirkte fast unwirklich: Sand und Felsen, soweit das Auge reichte. Pflanzen waren eine Seltenheit, und alles, was dort wuchs, schien mit Dornen bewaffnet zu sein.

Nach einigen weiteren Kilometern und weiteren beeindruckenden Zwischenstopps, erreichten wir schließlich Cafayate und bezogen unser gemütliches Airbnb.

Nach einer kurzen Pause machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Als Erstes gönnten wir uns ein Eis, und obwohl Cafayate ein beliebter Touristenort ist, kostete eine Kugel immer noch weniger als 80 Cent.

Frisch gestärkt kauften wir anschließend in einem nahegelegenen Supermarkt alles ein, was wir für das Abendessen, das Frühstück und unser Picknick am nächsten Tag brauchten. Den Rest des Abends verbrachten wir ganz entspannt im Airbnb. Wir kochten und aßen gemeinsam und gingen anschließend früh schlafen, um am nächsten Morgen ausgeruht in den voll geplanten Tag starten zu können.

Roadtrip von Salta nach Cachi, 27.07.2026

Mein Bus kam genau rechtzeitig in Salta an, sodass ich direkt zum vereinbarten Treffpunkt gehen konnte. Dort lernte ich schließlich Margaux und Éloïse kennen. Nachdem wir den Mietwagen völlig unkompliziert abgeholt hatten, saßen wir auch schon im Auto und machten uns ohne große Verzögerung auf den Weg.

Schon kurz hinter Salta fiel mir auf, in welch wunderschöner Landschaft die Stadt liegt. Die Straße schlängelte sich in endlosen Serpentinen durch die Berge und bot hinter fast jeder Kurve einen neuen Aussichtspunkt. Immer wieder hielten wir an, um die beeindruckende Landschaft zu genießen oder einen kleinen Spaziergang zu machen. Die Route führte uns auf über 3.000 Meter Höhe, wobei der Asphalt schon bald Schotterpisten wich, die voller Schlaglöcher waren und das Fahren nicht gerade einfacher machten.

Alle paar Kilometer standen Einheimische am Straßenrand und verkauften selbst geschnitzte Souvenirs oder frisch zubereitete Tortillas, die mit Schinken und Käse gefüllt waren. Unterwegs begegneten wir außerdem einem traditionellen Gaucho, einem kleinen Fuchs, der erstaunlich wenig Scheu vor Menschen hatte, und einem Hund.

Zur Mittagszeit kauften wir an einem kleinen Straßenstand Esel-Salami und Käse. Zusammen mit dem Brot, das wir dabei hatten, wurde daraus ein einfaches, aber richtig leckeres Picknick mit Blick auf die Berge.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir damit, die Landschaft zu erkunden, immer wieder anzuhalten und die Aussicht zu genießen. Erst am späten Nachmittag erreichten wir schließlich Cachi. Unsere Unterkunft war klein und sehr gemütlich, auch wenn wir etwas enttäuscht feststellten, dass es keine Küche gab. Nachdem wir unsere Wäsche zum Waschen abgegeben hatten, machten wir uns noch auf, den Ort zu erkunden.

Cachi entpuppte sich als ein kleiner, ruhiger und ausgesprochen charmanter Ort. In einem Supermarkt kauften wir noch alles Nötige für unser Picknick am nächsten Tag, bevor wir uns auf die Suche nach einem Restaurant machten. Zum Abendessen probierten wir schließlich Locro, einen traditionellen argentinischen Eintopf. Nach dem langen Tag und den vielen Stunden im Auto schmeckte das Essen besonders gut.

Erschöpft von der Fahrt, aber voller Vorfreude auf den nächsten Tag unseres Roadtrips, fielen wir schließlich müde ins Bett.

Reise nach Corrientes und Salta, 26.07.2026

Am nächsten Morgen ging es für mich pünktlich zurück zum Busbahnhof, um den Bus nach Corrientes zu erwischen. Die Fahrt verging überraschend schnell, vor allem, weil ich ausnahmsweise einen Platz ganz vorne im Bus bekommen hatte und die Landschaft während der gesamten Fahrt beobachten konnte.

In Corrientes angekommen stellte ich schnell fest, dass die Stadt an einem Sonntag deutlich ruhiger war als erwartet. Die meisten Geschäfte hatten geschlossen, dennoch brachte mich ein Stadtbus problemlos ins Zentrum. Dort suchte ich mir ein kleines Café, in dem ich in Ruhe den bevorstehenden Roadtrip sowie den weiteren Verlauf meiner Reise planen konnte.

Rechtzeitig machte ich mich anschließend wieder auf den Weg zum Busbahnhof, um den Nachtbus nach Salta zu erreichen. Während der Fahrt nutzte ich die Zeit, um die Erlebnisse der vergangenen Tage in meinem Reiseblog festzuhalten. Als ich damit fertig war, blieb ohnehin nicht mehr viel zu tun, also machte ich es mir bequem und versuchte, möglichst viel der langen Busfahrt einfach zu verschlafen.

Reise nach Posadas, 25.07.2026

Nach einem gemütlichen Frühstück im Hostel mit den Leuten, die ich in den vergangenen Tagen kennengelernt hatte, machte ich mich auf den Weg zur Bushaltestelle, um den Bus nach Posadas zu nehmen. Ursprünglich hatte ich geplant, dort einen ganzen Tag zu verbringen und die berühmten Ruinen in der Umgebung zu besichtigen. Da ich jedoch bereits für Montag mit den vier anderen Mädchen zum Roadtrip verabredet war, entschied ich mich, den Zwischenstopp deutlich zu verkürzen und die Ruinen auszulassen.

Am Abend erreichte ich schließlich meine Unterkunft und war ehrlich gesagt nur mäßig begeistert. Das Badezimmer wollte ich am liebsten gar nicht betreten, und auf meinem Bett krabbelten mehrere Ameisen herum. In der Hoffnung, dass sie sich lediglich verlaufen hatten und nicht irgendwo in der Matratze wohnten, wischte ich sie kurzerhand herunter und beschloss, erst einmal die Stadt zu erkunden.

Obwohl es bereits dunkel war, hatte mir der Gastgeber versichert, dass Posadas sehr sicher sei. Tatsächlich hatte ich das Gefühl, mich in einer wirklich sicheren Stadt zu befinden. Selbst spät am Abend waren noch überall Familien unterwegs, Kinder spielten auf den Straßen und an der Uferpromenade saßen unzählige Menschen zusammen, unterhielten sich und tranken gemeinsam Mate.

Als ich meinen Spaziergang eigentlich schon beenden wollte, hörte ich in der Ferne Trommeln. Neugierig folgte ich der Musik und stieß schließlich auf einen großen Platz, auf dem sich scheinbar die halbe Jugend der Stadt versammelt hatte. Gemeinsam wurde musiziert und getanzt. Es wirkte fast wie eine einstudierte Choreografie, gleichzeitig schien aber jeder kommen und gehen zu können, wann er wollte. Manche machten nur ein paar Minuten mit, andere tanzten die ganze Zeit. Bis heute weiß ich nicht, ob dort für einen Auftritt geprobt wurde oder ob das einfach ihre Art war, den Abend gemeinsam zu verbringen. So oder so war es eine unglaublich schöne Atmosphäre, der ich noch eine ganze Weile zuschaute.

Irgendwann machte ich mich schließlich auf den Rückweg zur Unterkunft. Wegen der zahlreichen Mücken im Zimmer kam zum ersten Mal auf meiner Reise mein Insektenspray zum Einsatz. Danach legte ich mich schlafen in der Hoffnung, dass die Ameisen tatsächlich nur zu Besuch gewesen waren.

Iguazu, 24.07.2026

Pünktlich zum Frühstück standen wir am Freitag auf und machten uns gemeinsam mit Hunter, einem Amerikaner, den Virag am Vortag kennengelernt hatte, auf den Weg, die brasilianische Seite der Iguazú-Wasserfälle zu erkunden. Mit dem Bus ging es über die Grenze. Die Grenzkontrolle verlief erstaunlich schnell und unkompliziert, es schien niemanden wirklich zu interessieren, was wir in Brasilien vorhatten.

Im Bus trafen wir außerdem Ali, der zwar in einem anderen Hostel in Puerto Iguazú wohnte, aber ebenfalls den Nationalpark besuchen wollte. Am Park angekommen stieß schließlich noch Miranda aus Alis Hostel zu uns, sodass wir den Tag zu fünft verbrachten.

Das Wetter war anfangs leider nicht auf unserer Seite. Dichter Nebel und die Gischt der Wasserfälle machten es fast unmöglich, überhaupt etwas zu erkennen. Je weiter wir jedoch dem ausgeschilderten Weg folgten, desto mehr klarte der Himmel auf und schließlich konnten wir die Wasserfälle in ihrer ganzen Größe sehen. Trotz des anfänglich schlechten Wetters gefiel mir die brasilianische Seite sogar noch besser als die argentinische. Die Aussicht auf die Wasserfälle ist dort einfach spektakulär. Wenn ich mich entscheiden müsste, welche Seite ich noch einmal besuchen würde, wäre es definitiv die brasilianische.

Über mehrere Stege gelangten wir immer näher an die Wasserfälle heran. Kurz vor der letzten Plattform fiel uns auf, dass diese plötzlich fast menschenleer war, obwohl der restliche Weg völlig überfüllt gewesen war. Der Grund wurde schnell klar: Die Gischt war dort so stark, dass man innerhalb weniger Sekunden komplett durchnässt wurde. Da wir vermutlich nur dieses eine Mal dort sein würden, beschlossen wir trotzdem bis ganz nach vorne zu gehen. Das Wasser kam von allen Seiten, der Wind peitschte die Gischt über den Steg und innerhalb kürzester Zeit waren wir klatschnass. Dabei konnten wir gleich testen, wie wasserdicht unsere Kleidung wirklich war. Meine Jacke bestand den Test problemlos, meine Hose dagegen überhaupt nicht. Trotzdem war genau dieser Moment eines der lustigsten Erlebnisse des Tages und jede nasse Socke wert.

Da der Steg die letzte Station im Park war und wir ohnehin komplett durchnässt waren, machten wir uns anschließend auf den Rückweg. Ich war die Einzige, die wieder nach Argentinien zurückmusste, während die anderen ihre Reise auf der brasilianischen Seite fortsetzten.

Am Morgen hatte ich im Hostel bereits mit Zoe, einer Französin, gesprochen. Sie wollte als Nächstes ebenfalls nach Salta reisen und hatte über Facebook zwei Mädchen gefunden, die bereits ein Auto gemietet hatten und noch Mitfahrer suchten, um sich Sprit- und Mietkosten zu teilen. Durch Zufall stellte sich heraus, dass in Alis Hostel ebenfalls jemand mit demselben Reiseziel wohnte: Clemens. Ich brachte die beiden in Kontakt und lud Clemens zu uns ins Hostel ein, damit wir gemeinsam überlegen konnten, ob unsere Reisepläne zusammenpassten.

Als ich nach meinem Wasserfall-Abenteuer zurück im Hostel war, aß ich zunächst eine Kleinigkeit, bevor Clemens vorbeikam. Gemeinsam mit Zoe planten wir die Route und merkten schnell, dass alles perfekt zusammenpasste. Zoe schrieb den beiden Fahrerinnen, und kurz darauf stand fest: Das Auto war komplett besetzt und unsere Weiterreise organisiert.

Zum Abschluss des Tages veranstaltete das Hostel noch einen Filmabend. Wir bestellten Empanadas und schauten gemeinsam Rio. Besonders beeindruckt war ich davon, wie detailgetreu der Film die Stadt darstellt. Mit großer Vorfreude auf die bevorstehende Reise nach Salta ging ich schließlich ins Bett.